Grüne Branche

Reichenau: 4,2 Millionen Kilo Bio-Gemüse vom Bodensee

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4,2 Millionen Kilogramm Bio-Gemüse haben die Gärtner der Reichenau im vergangenen Jahr erwirtschaftet. Das entspricht der Reichenau-Gemüse eG zufolge bereits fast ein Drittel der gesamten Gemüseernte in diesem Anbaugebiet. Und der Anteil soll sogar noch wachsen.

Bio-Kräuter werden ausschließlich auf der Gemüse-Insel erzeugt, während der Schwerpunkt der Bio-Gemüse-Produktion auf dem Festland stattfindet. Foto: Reichenau-Gemüse

Rund 30 verschiedene Bio-Gemüse und -Kräuter

Rund 30 verschiedene Kräuter und Gemüse erzeugen die Gärtner der Reichenau-Gemüse eG, Bio-Gurken und -Tomaten machen dabei den Angaben zufolge den Löwenanteil aus, gefolgt von Bio-Kräutern und Bio-Radieschen. Hauptsächlich angebaut wird das Reichenauer Bio-Gemüse in den Gärtnersiedlungen auf dem Festland im Hegau, während die Bio-Kräuter ausschließlich von der Gemüse-Insel im Bodensee stammen.

Insgesamt 4,2 Millionen Kilogramm betrug die Bio-Ernte im vergangenen Jahr nach Aussage der Reichenau-Gemüse eG. Damit stammten 28 Prozent der 2018 erzeugten Gemüsemenge der Reichenau-Gärtner aus ökologischem Anbau. Wertmäßig mache dies sogar 36 Prozent des gesamten Gemüseumsatzes der Erzeugergenossenschaft aus.

Kontrolliert integrierter Anbau auf der Reichenau

„Bereits ein Drittel des Gesamtumsatzes der Reichenau-Gemüse eG wird mit Bio-Gemüse getätigt. Dieser Anteil wird sich durch weitere geplante Projekte auch in Zukunft weiter steigern“, erklärt Johannes Bliestle, Geschäftsführer der Genossenschaft. Schon jetzt sei die Reichenau-Gemüse eG in puncto Bio eine der führenden Erzeugerorganisationen in Deutschland.

Grundlage für die naturnahe Gemüse-Erzeugung der Reichenau-Gärtner sei der integriert kontrollierte Anbau, zu dem unter anderem eine bedarfsgerechte Düngung gehöre, die auf aktuellen Analyse-Ergebnissen von Bodenproben basiere. Darüber hinaus würden die Gärtner auf Nützlinge zur Bekämpfung von Schädlingen setzen oder besonders widerstandsfähige Sorten beziehungsweise Saatgut verwenden.

Umstellung auf Bio-Anbau braucht langen Atem

„Man braucht schon einen langen Atem, denn so einfach von heute auf morgen auf Bio-Anbau umzustellen, ist nicht möglich“, sagt Bliestle. So seien die Flächen erst nach einer zweijährigen Umstellungszeit anerkannt. Erst dann dürfen die erzeugten Produkte als Reichenauer Bio-Gemüse vermarktet werden. „Darüber hinaus sind die Anforderungen der Bio-Anbauverbände, Bioland und Naturland an den Anbau sehr streng und liegen über dem EU-Bio-Label“, so Bliestle.

Laut Koalitionsvertrag und Deutscher Nachhaltigkeitsstrategie sollen im Bundesgebiet 20 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen bis 2030 ökologisch bewirtschaftet werden. „Vor diesem Hintergrund stellt der Reichenauer Wert mit einem Drittel einen absoluten Spitzenwert dar und ein Ergebnis, auf das wir, aber vor allem unsere Gärtner stolz sein können“, so Bliestle.