Rekordverdächtige Ernte bei Kirschen erwartet

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

2022 wird laut Destatis eine rekordverdächtige Kirschernte erwartet. Foto: 1195798/ Pixabay

Die deutschen Obstbaubetriebe erwarten laut Statistischem Bundesamt (Destatis) im Sommer 2022 eine überdurchschnittlich hohe Kirschenernte. Demnach liege die erwartete Menge über 40 Prozent höher als im Vorjahr.

Fast 20 Prozent über Zehnjahresdurchschnitt

Destatis hat für seine Erhebungen den Stichtag 10. Juni 2022 herangezogen und für die Flächenangaben die Baumobstanbauerhebung des Jahres 2017 zugrunde gelegt. Demnach rechnen die Betriebe 2022 mit einer Kirschenernte von insgesamt 54.700 Tonnen. Das entspricht einer um 42,6 Prozent höheren Gesamterntemenge von Süß- und Sauerkirschen als im Jahr 2021. Im vergangenen Jahr wurden demnach lediglich 38.400 Tonnen geerntet. Betracht man den zahnjährigen Durchschnitt, werde die Ernte in diesem Jahr ebenfalls deutlich höher ausfallen. Im Zehnjahresdurchschnitt der Jahre 2012 bis 2021 wurden 45.800 Tonnen Kirschen geerntet, demnach liege die erwartete Menge 2022 um 19,5 Prozent über diesem Wert. 

Süßkirschen als Wachstumstreiber

Als Grund für diese überdurchschnittlich hohe Kirschenernte seien laut Destatis die erwarteten Mengen bei Süßkirschen. Durch optimale Witterungsbedingungen profitieren vor allem Süßkirschen, so dass die erwartete Erntemenge 2022 bei 40.600 Tonnen liegt. Das bedeutet eine Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, hier wurden 27.300 Tonnen geerntet. Auch beim Zehnjahresdurchschnitt liegen Süßkirschen deutlich über dem Wert von 31.700 Tonnen. Dabei beträgt die Steigerung 28,1 Prozent. Die bedeutendsten Anbauregionen für Süßkirschen liegen dabei in Baden-Württemberg mit einer Fläche von 2.800 Hektar und einer erwarteten Erntemenge von 17.100 Tonnen. Es folgen Niedersachsen mit 5.300 Tonnen erwartete Mengen auf 500 Hektar Anbaufläche und Rheinland-Pfalz mit 5.200 Tonnen auf 700 Hektar. Die gesamte Anbaufläche für Süßkirschen betrage in Deutschland demnach 6.000 Hektar. 

Sauerkirschen auf Zehnjahresniveau

Anders sieht es bei den Sauerkirschen aus. Bundesweit beträgt die Anbaufläche hierfür 1.800 Hektar mit Rheinland-Pfalz als Spitzenreiter (560 Hektar), gefolgt von Sachsen (340 Hektar) und Baden-Württemberg (280 Hektar). Die Sauerkirschenernte werde 2022 geschätzt bei 14.100 Tonnen liegen und damit um 27,6 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. 2021 wurde mit 11.000 Tonnen die zweitniedrigste Menge an Sauerkirschen der letzten zehn Jahre geerntet. In diesem Jahr erwarte man demnach eine Erntemenge, die voll im Zehnjahresmittel liege.