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Remuh – der älteste jüdische Friedhof in Krakau

Heute zieht das alte jüdische Wohnviertel Kasimierz in Krakau Touristen aus aller Welt an. Allein das 2004 gegründete „Galicia“, das jüdische Museum, besuchen jedes Jahr über 25.000 Menschen. Viele kommen aber auch, um zu sehen wo der Spielfilm „Schindlers Liste“ gedreht wurde, und statten der Synagoge und dem zugehörigen Friedhof Remuh einen Besuch ab.

Blick über die wieder aufgestellten Grabmale des Remuh-Friedhofs, 2010.

Dabei blicken die Juden in Krakau auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Im 15. Jahrhundert wurden sie erstmals aus Krakau vertrieben. Doch sie blieben in der Nähe und siedelten außerhalb der Stadtmauern im damals noch selbstständigen Kasimierz an. Heute ist dieser Ort längst ein Teil der Innenstadt. 500 Jahre lebten sie dort unangefochten. Als die Deutschen kamen und im Zweiten Weltkrieg Polen besetzten, wurden die Krakauer Juden wieder aus ihrem angestammten Wohnort vertrieben. Doch ihr Schicksal war grausamer als im „dunklen“ Mittelalter. Fast alle wurden in den Konzentrationslagern Plaszow und Auschwitz ermordet. Mehr dazu in der November-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 30.