Grüne Branche

Renovierter Eingang und unerkannte Kunst in Harburg

Der renovierte Eingangsbereich mit der Himmelstreppe. Foto: Swieblies

Die innerstädtische Grünanlage Alter Friedhof an der Bremer Straße in Hamburg-Harburg wird dank inzwischen mehr als fünf Jahre währenden Bemühungen des Vereins Alter Friedhof umgestaltetet.
Jüngst konnten Eingangsbereiche des Alten Friedhofs aufgrund der Initiative und finanziellen Unterstützung durch die Firma Albers Bestattungen teilweise verjüngt, aufgewertet, neu gestaltet und mit Beleuchtung ausgestattet werden. Restauriert und saniert wurde auch die Grabstätte Hoff. In der ersten Junihälfte 2012 war der Alte Friedhof Schauplatz einer Ausstellung im öffentlichen Raum, die als Erweiterung des Temporären Kunstpfades Harburg (2. bis 17. Juni 2012) geplant war.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Ausstellung, weil zwei Mitarbeiter des Bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD) die Verhüllung von historischen Grabmalen mit beschrifteten Laken nicht als Kunst erkannten. Die Bediensteten machten Beweisfotos und entfernten die mit provokanten Sprüchen versehenen Laken unmittelbar vor der offiziellen Eröffnung von den Grabsteinen. Bei der Polizei erstatteten sie Anzeige wegen Störung der Totenruhe.
Die Künstlerin, Karin Boine, soll bei der Ausstellungseröffnung ziemlich perplex gewesen sein, als sie den offiziellen Gästen auf dem Eröffnungsrundgang nur die „nackten“ Grabsteine präsentieren konnte. Zu den Gästen gehörte auch der Bezirksamtsleiter und oberster Chef der BOD-Mitarbeiter. Die Beamten der Polizeiwache Harburg brachten die Laken wieder auf den Temporären Kunstpfad zurück, wo sie während der Ausstellung dann die Grabsteine umhüllten. Die letzten Beisetzungen auf dem Alten Friedhof fanden vor rund 50 Jahren statt. Eine Störung der Totenruhe war da in der öffentlichen Grünanlage nicht mehr gegeben.fk/jen
Fotos: Selma Swieblies