Grüne Branche

Ressortforschung im Agrarbereich wird neu geordnet: Ein Drittel weniger Institute

Der Ressortforschung des Bundeslandwirtschaftsministeriums steht nun tatsächlich eine umfassende Neuordnung bevor. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag am 24. Oktober beschlossen. Damit kommen, wie wir bereits im vergangenen Jahr in der TASPO (Ausgaben 46, 47, 49/2006) berichteten, umfassende Umstrukturierungen auch auf die für den Gartenbau relevanten Forschungsanstalten und -einrichtungen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zu.

Zu ihnen gehören unter anderem die Biologische Bundesanstalt (BBA) in Braunschweig und die Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) in Quedlinburg sowie als Einrichtung der Leibniz-Gesellschaft das Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt (IGZ). Für den Erhalt der für den Gartenbau wichtigen Lehr- und Forschungsarbeit in diesen Einrichtungen setzt sich der Berufsstand seit Jahren sehr ein.

Das neue Gesetz dient der Umsetzung eines bereits vorliegenden Konzeptes zur Neuordnung, das vor allem eine Konzentration der Forschungseinrichtungen und -standorte sowie eine neue Abgrenzung der Forschungstätigkeiten vorsieht. "Der Abbau von Bürokratie" soll dabei mehr Raum für Forschung eröffnen, heißt es dazu aus dem Bundestag. Fakt ist: Aus den bisher insgesamt sieben Bundesforschungsanstalten mit 71 Instituten sollen laut Gesetz künftig vier sogenannte Bundesforschungsinstitute zu den Themenbereichen "Pflanze", "Tier", "Ernährung und Lebensmittel" sowie "Ländliche Räume, Wald und Fischerei" mit insgesamt 49 Instituten werden. Gleichzeitig reduziert sich auch die Zahl der Institutsstandorte um rund ein Drittel - von 35 auf 21 Standorte. Der Gesetzentwurf enthält keine Bestimmungen über den Sitz der einzelnen Bundesforschungsinstitute, diese Festlegung erfolgt in den jeweiligen Satzungen. "Standortentscheidungen sind unter Abwägung fachlicher und wirtschaftlicher Aspekte zu treffen", fordert der Bundestag dazu in seiner Gesetzeserklärung. Zweck des Gesetzes, so heißt es erläuternd aus dem Bundestag, sei es, die bisherigen Aufgaben der Bundesforschungsanstalten entsprechend der neuen Organisationsstruktur den neuen Bundesforschungsinstituten zuzuweisen und eine gesetzliche Grundlage für die Anpassung der Besoldungs- sowie arbeits- und dienstrechtliche Voraussetzungen der insgesamt rund 2 700 Bediensteten zu schaffen. Weitere Informationen sowie ein Interview mit Prof. Dr. Georg F. Backhaus, Präsident der BBA, lesen Sie in der TASPO-Ausgabe Nr. 47.