Ressourcenschonung: Spargelschalen für neue Böden

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Prof. Dr.-Ing. Martin Grotjahn (Vizepräsident Forschung der HsH), Prof. Dr.-Ing. Andrea Siebert-Raths (Institutsleiterin des IfBB) und Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (v.l.). Foto: IfBB

Der Frage wie bestimmte Stoffe durch alternative Rohstoffe ersetzt werden können stellen sich viele Unternehmen. In Niedersachsen will man mit Spargelschalen neue Bodenbeläge herstellen.

Spargelschalen als Bioverbundwerkstoffe

Die Themen Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft nehmen in unserer Gesellschaft eine immer bedeutender werdende Stellung ein. An der Hochschule Hannover widmet sich das Forschungsprojekt „SpaPlast“ der Wiederverwertung von Spargelschalen. Als eine der bedeutenden Spargelregionen Deutschlands wird in Niedersachsen in der Saison viel Spargel angebaut und vermarktet. Die Spargelschalen landen jedoch in der Regel im Abfall. Eventuell geht hier ein wertvoller Rohstoff verloren. Das Projekt will deshalb untersuchen, inwieweit Spargelschalen als Füllstoffe für Bioverbundwerkstoffe geeignet sind.

Spargelschalen für Wood-Plastic-Composites

Am Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) an der Hochschule Hannover werden die Spargelschalen zunächst technisch aufbereitet und auch auf ihre Marktfähigkeit hin untersucht. Die Rohstoffproduktion für Biowerkstoffe ist aufgrund der dafür benötigen Landflächen immer noch umstritten, weshalb hier Rest- oder Abfallstoffe für Abhilfe sorgen können. Dazu zählen neben den Spargelschalen auch Grünschnitt, Nussschalen, Stroh, Kaffeesatz, Dinkelspelzen, Obstkerne oder Ernterückstände bei Kartoffel, Zuckerrübe und auch Spargel. All diese Reststoffe werden meist ungenutzt entsorgt, obwohl sie großes Potential für Biowerkstoffe tragen. Spargelschalen sollen demnach für das Marktsegment der Wood-Plastic-Composites (WPC) nutzbar gemacht werden. In Europa haben WPC demnach ein Produktionsvolumen von etwa 260.000 Tonnen pro Jahr, von denen auch ein großer Teil in Deutschland produziert werde, dabei handelt es sich beispielsweise um Bodenbeläge oder Terrassendielen.

„Einsatz von biogenen Reststoffen für Biowerkstoffe fördern“

Das Vorhaben des IfBB wird vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium unterstützt. „Spargelschalen werden für Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe nutzbar gemacht. Im Frühsommer kann man dann auf der Terrasse sitzen – den Spargel auf dem Teller genießen, während sich die Spargelschalen beispielsweise in den Terrassendielen oder anderen Bodenbelägen wiederfinden. Das ist nachhaltige Verwertung von Rohstoffen“, sagt Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast bei der Fördermittelübergabe in Höhe von 96.300 Euro an das IfBB. „Am IfBB der Hochschule Hannover wollen wir dazu beitragen, den Einsatz von biogenen Reststoffen für Biowerkstoffe zu fördern. Damit können Absatzmärkte vergrößert, Kosten gespart, Abfälle vermieden und die gesellschaftliche Akzeptanz von Biowerkstoffen nachhaltig gesteigert werden“, erläutert IfBB-Leiterin Prof. Andrea Siebert-Raths die Hintergründe.

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