Grüne Branche

Rettung für Versandhändler Bakker in Sicht?

, erstellt von

Für den insolventen niederländischen Garten-Versandhändler Bakker scheint sich ein Neustart abzuzeichnen. Grund zur Hoffnung geben die jüngsten Verhandlungen mit möglichen Investoren, wie Insolvenzverwalter Emile ten Berge mitteilt.

Bis zu 35.000 Pakete soll der Versandhändler Bakker in der Saison ausgeliefert haben. Foto: Screenshot YouTube

 

Asset-Deal für insolventen Versandhändler beschlossen

Demnach kam ein sogenannter „Asset-Deal“ zustande, bei dem die Wirtschaftsgüter des insolventen Versandhändlers mit Hauptsitz im niederländischen Lisse einzeln an den nicht namentlich genannten Investor veräußert werden.

Bakker gilt als größter Versandhändler für Gartenartikel in Europa. Der 73 Jahre alte Familienbetrieb Bakker Hillegom hatte sich vor einigen Jahren in Bakker.Com umbenannt, der Umsatz hat Medienberichten zufolge im Jahr 2014 noch 127 Millionen Euro betragen. Im vergangenen Jahr sollen es noch 83 Millionen gewesen sein.

 

 

Bakker beschäftigt über 600 Mitarbeiter

Über 600 Mitarbeiter sind an verschiedenen Niederlassungen in 21 europäischen Ländern beschäftigt. In der Saison soll Bakker bis zu 35.000 Pakete mit Gartenartikeln aller Art, Pflanzen und Accessoires in 20 verschiedene Länder ausgeliefert haben. Hauptabnehmer waren Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Was genau zur Zahlungsunfähigkeit des Garten-Versandhändlers geführt hat, ist derzeit noch unklar. Fest steht, dass Bakker noch bis vor kurzem seinen Umsatz fast vollständig über Postorder und Papierkataloge bestritten hat.

Umstieg auf Online-Handel zu spät?

2014 hätten die Eigner Pieter und Jacques Bakker, Söhne von Firmengründer Piet Bakker, dann Paul Geraeds als Generaldirektor eingestellt, der die Umwandlung des Betriebs vom Versandhändler zum Web-Shop einleiten sollte. Wie niederländische Medien vermuten, ist diese Umstellung möglicherweise zu spät erfolgt. Ende vergangenen Jahres wurde Geraeds dann durch den Interims-Direktor Herman Hovestad ersetzt.

Das zuständige Gericht in Den Haag hatte am 5. Februar die Bakker.Com Business B.V. für zahlungsunfähig erklärt, nachdem es den noch im Januar erteilten Zahlungsaufschub für beendet erklärt hatte.