Grüne Branche

Rettung IGZ-Forschung: Kraftakt für FH und Uni

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Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) am Standort Erfurt wird geschlossen, doch behält Thüringens Landeshauptstadt seine Gartenbau-Forschung. Wertvolle Forschungsinhalte sollen in Projekten an der Fachhochschule Erfurt erhalten bleiben und die Forschung an gartenbaulichen Kulturpflanzen ausgebaut werden.

Durch den Erhalt der Forschung soll der Gartenbau ein innovativer und attraktiver Wirtschaftszweig bleiben. Foto: Pixabay

So lauten die großen Pläne, die mithilfe der Friedrich-Schiller-Universität Jena gelingen sollen. Fachhochschul-Rektor Prof. Dr.-Ing. Volker Zerbe sprach mit TASPO-Redakteurin Marie Schröder über seine Vision.

Neue Forschungsstelle soll entstehen

„Wir wollen die Zierpflanzenbau-Forschung retten“, ist Prof. Dr.-Ing. Volker Zerbe, Rektor an der Fachhochschule Erfurt (FH), fest entschlossen. Hinter diesem Satz steckt ein sportliches Ziel: Es soll eine „Forschungsstelle für gartenbauliche Kulturpflanzen“ an der FH entstehen, die mithilfe von finanziellen Mitteln von Bund und dem Land Thüringen zu einer festen Größe werden soll.

Zerbe: „Wir befinden uns gerade in der Erarbeitung der Forschungskonzeption und der Vorbereitung von Projektanträgen. Die Forschung wird in vier Themenbereichen erfolgen: Molekulargenetische Grundlagen der Pflanzenzüchtung, Pflanzen-Mikroorganismen Wechselwirkungen im nachhaltigen Anbau, Hormonelle Steuerung von Wachstum und Entwicklung in gartenbaulichen Kulturen und Epigenetische Prozesse in der Pflanzenvermehrung.“

Das Bundeslandwirtschaftsministerium und der Freistaat Thüringen haben bereits eine Förderung zugesichert. Bund und Land stellen für die Finanzierung mehrerer Projekte jährlich einen Betrag von jeweils 1,6 Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren bereit. Eine Verlängerung um weitere fünf Jahre ist in Abhängigkeit der erzielten Forschungsergebnisse vorgesehen.

Klöckner: Gartenbau bleibt attraktiver Wirtschaftszweig

Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Erfolg: „Mit der Vereinbarung zwischen meinem Haus und dem Freistaat Thüringen haben wir erreicht, dass die Gartenbau-Forschung am Standort Erfurt bleiben kann. (…) Wir sorgen auch dafür, dass der Gartenbau ein innovativer und attraktiver Wirtschaftszweig bleibt – und wettbewerbsfähig ist.“ So blieben „wertvolle Arbeitsplätze“ erhalten.

Momentan wird daran gearbeitet, die Voraussetzungen für die Durchführung der Forschungsarbeiten an der FH zu schaffen. „Jeden Tag wird zurzeit in verschiedenen Gruppen diskutiert. Es gilt jede Menge Hürden zu überwinden. Gleichzeitig kommen wir unserer Vision auch jeden Tag ein Stück näher“, freut sich Rektor Volker Zerbe.

Tatkräftige Unterstützung kommt von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Beide Einrichtungen intensivieren damit ihre Zusammenarbeit. Sie tauschen sich unter anderem in den Bereichen Gartenbau und Pflanzenforschungsmanagement (FH) und Biologie (Uni) aus. „Wir arbeiten schon jetzt eng zusammen, wollen uns nun aber noch stärker verzahnen.“

Grüner FH-Campus wird noch grüner

Sollte das Riesenvorhaben gelingen, bedeutet es auch einen Qualitätsschub für beide Hochschulstandorte. Der grüne FH-Campus wird noch grüner. Zu den zwei bestehenden Gewächshäusern kommen eventuell weitere Forschungsgebäude dazu. Laut dem Rektor sind Neubauten nicht ausgeschlossen. „Das sind bis jetzt nur Gedanken, derzeit wird viel hin und her überlegt.“

Eines ist für ihn jedoch in Stein gemeißelt: „Wir werden die Zierpflanzenbau-Forschung in Erfurt und damit die Tradition erhalten.“