Grüne Branche

Rheinischer Fachverband Zierpflanzen: Kein versöhnliches Jahresende

Die meisten Zierpflanzenbetriebe haben wohl geglaubt, dass sie von den guten Wirtschaftsdaten im zurück liegenden Jahr profitieren könnten, aber dann ist es doch für viele ganz anders gekommen. Es wird kein versöhnliches Jahresende werden, so Georg Hanka, Vorsitzender des rheinischen Fachverbandes Zierpflanzen, bei dessen Jahrestagung in Straelen.

An einen so umsatzschwachen Monat wie den Dezember 2010 mit so viel Schnee kann sich kaum einer erinnern, sagte er. Und schon zu Jahresbeginn 2011 war eigentlich bei allen Produkten bereits ein erheblicher Preisdruck spürbar.

Der April brachte gute Ergebnisse, die meist bis zum Juni wieder verloren gingen. Zufrieden waren eigentlich nur solche Produzenten, die mit festen Aufträgen liefern konnten, sagte Hanka. Erklärungen für die Misere gebe es viele: So waren witterungsbedingt viele Sätze gleichzeitig am Markt. Zusätzlich hatte das gute Wetter im April dazu geführt, dass frühe Aktionsware komplett abverkauft werden konnte. Und diese Ware habe dann auch tatsächlich den Verbraucher erreicht. Dies musste zwangsläufig Auswirkungen auf den Abverkauf der Folgesätze haben. Dazu habe die neue Versteigerungsuhr von Herongen die Markttransparenz noch etwas erhöht. Auch wäre mehr Internationalität an der Uhr sicher wünschenswert, so Hanka.

Der Mai war dann wieder kühler und die Kunden haben sich in Zurückhaltung geübt. Besonders gelitten haben darunter die Produzenten von Kübelpflanzen. So wie zu hören sei, werden viele Betriebe deshalb im kommenden Jahr diese Produktion aufgeben, sagte Hanka. Das Herbstgeschäft verlief mit ähnlichen Problemen, witterungsbedingt kamen viele Sätze zusammen auf den Markt.

Permanent war eigentlich zu viel Ware am Markt, die Preise lagen während des ganzen Jahres unter Druck. Da mag es emotional gut tun, über die Versteigerungsuhr in Herongen zu schimpfen, sagte er. Tatsache bleibe jedoch, dass die Gärtner die Pflanzen produzieren und sie auch zur Uhr liefern. Es helfe also grundsätzlich nur, sich an die eigene Nase zu fassen und nicht auf andere zu deuten.

Eigentlich müssten die Erfahrungen von 2011 dazu führen, dass die Anbaumengen in der nächsten Saison zurückgehen, davon sei bisher aber nichts zu spüren. „Wir müssen endlich beginnen, vom Verbraucher her zur Produktion zu denken. Wir müssen auch genau beobachten, wie sich die Marktzeiträume verschieben. Wir spüren die Klimaveränderungen und der Kunde spürt sie auch“, mahnte er die Unternehmer.

In Zukunft müssten sie sich viel stärker selber um die Vermarktung und die Vermarktbarkeit der Zierpflanzen kümmern. Jeder müsse für sich seine Lösung finden. Ein Produkt, das jederzeit austauschbar ist, massenhaft auf den Markt zu werfen, werde auf keinen Fall zu unternehmerischem Erfolg führen. (fri)