Grüne Branche

Risiko Hautkrebs: Studie zur UV-Belastung

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Gärtner lieben die Arbeit in der Sonne und an der frischen Luft. Allerdings zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dass besonders Obst- und Gemüsegärtner einer hohen UV-Belastung ausgesetzt sind und somit auch einem erhöhten Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

IFA testet 600 Probanden auf deren UV-Belastung

Bisher hat das IFA die Daten von 600 Probanden aus allen relevanten Wirtschaftszweigen ausgewertet. Die UV-Belastung wird in Standard- Standard-Erythem-Dosen (SED) gemessen. Bereits eine Dosis kann bei Menschen mit hellem Hauttyp und rötlichem Haar Sonnenbrand verursachen.

Hautkrebsrisiko besonders bei Obst- und Gemüsegärtnern gegeben

Der Auswertung nach führen Obst- und Gemüsegärtner die Statistik für den gesamten Wirtschaftszweig Landwirtschaft mit 395 SED an. Die Winzer sind mit 388 SED einer ähnlichen UV-Belastung ausgesetzt. Während sich die Gärtner 276 SED konfrontiert sehen.

„Bei allen beobachteten Beschäftigten ist die Belastung so hoch, dass etwas getan werden muss“, sagt IFA-Strahlungsexperte Dr. Marc Wittlich. Entsprechend müssen die Betriebe für Schutzmaßnahmen sorgen.

„Dazu zählen zum Beispiel der Einsatz von Sonnensegeln oder die Verlagerung der Arbeit in Zeiten mit geringerer UV-Belastung, wie am frühen Morgen oder späten Nachmittag“, sagt Bernhard Arenz, Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft für die Bauwirtschaft (BG BAU).

Schutzkleidung gegen UV-Strahlung notwendig

„Reicht das nicht aus, ist auf jeden Fall körperbedeckende Kleidung plus Kopfschutz notwendig“, erklärt Reinhold Knittel, Sprecher der Geschäftsführung der Sozialversicherung für Landwirtschaft Forsten und Gartenbau (SVLFG). „Sonnenschutzmittel sollten dann verwendet werden, wenn anderer Schutz nicht möglich ist, und sie müssen einen hohen Lichtschutzfaktor haben.“

Der Hintergrund der Studie: Seit 2015 kann weißer Hautkrebs durch Sonnenstrahlung als Berufskrankheit anerkannt werden. 600 Probanden und Probandinnen wurden bislang mit dem Messsystem ausgestattet und sammelten seit 2014 an insgesamt 65.000 Messtagen bereits 2.300.000.000 Datensätze, die die Grundlage für die Projektergebnisse bilden.

Weitere Details zur Studie: www.genesis-uv.eu.