Grüne Branche

Roboter pflegt Fassadenbegrünung

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Der Green Wall Robot soll künftig Pflegearbeiten an begrünten Fassaden verrichten und so Kosten sparen. Aktuell entwickeln Forscher des Fraunhofer-Instituts und der Universität Stuttgart eine automatisierte Fassadenbegrünung mit modularem Aufbau.

Der Roboter navigiert auf Schienen über die begrünte Fassade. Foto: Fraunhofer Institut IPA

Pflege und Unterhalt vertikaler Begrünung

Der Roboter kann Gewächse pflanzen und gezielt schneiden. Bisher seien Pflege und Unterhalt einer vertikalen Begrünung aufwendig und kostenintensiv. Außerdem würden immer Gerüstbauten, Hebebühnen oder Industriekletterer benötigt, wie das Institut meldet. Dinge, die die automatisierte Fassadenbegrünung mit modularem Aufbau überflüssig machen soll.

„Mit dem Green Wall Robot möchten wir neue Potenziale für vertikale Begrünungen und den Pflanzenanbau im urbanen Umfeld schaffen“, fasst Kevin Bregler vom Fraunhofer Institut für Produktion und Automatisierung das Ziel seiner Forschungsarbeit zusammen. Der Roboter navigiert auf Schienen über die Fassade. Mit einer speziellen Bildverarbeitungssoftware soll der Green Wall Robot in die Lage versetzt werden, die einzelnen Pflanzen voneinander zu unterscheiden.

Automatisierte Fassadenbegrünung: Roboterarm sät Pflanzen

„Damit kann er den Zustand der Vegetation bestimmen, Schädlings- oder Pilzbefall detektieren und Bonituren durchführen“, erklärt Bregler. Mit seinem Roboterarm kann der Green Wall Robot außerdem sämtliche mechanische Aufgaben übernehmen: Pflanzen säen, schneiden oder vollautomatisch austauschen. »Unsere Fassadenbegrünung ist aus Modulen und Submodulen aufgebaut«, erläutert Bregler. »So kann der Green Wall Robot gezielt einzelne Submodule mit kranken oder abgestorbenen Pflanzen entnehmen und durch neue ersetzen.«

Ein integriertes Leitungssystem ermöglicht die Bewässerung der begrünten Fassade ohne menschliche Hilfe. „Die modulare Fassadenbegrünung und der Green Wall Robot könnten das Urban Farming aus seinem Nischendasein befreien“, prophezeien Bregler und sein Kollege Martin Reisinger vom Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart.