Grüne Branche

Rosen: ab 2015 monatliche Lieferungen via Schiff

16 Stunden Fahrt im Lkw von der kenianischen Hauptstadt Nairobi zur Hafenstadt Mombasa, dann etwa 25 Tage im Schiff auf hoher See bis nach Marseille, schließlich die etwa 1.200 Kilometer Lkw-Fahrt vom Hafen in Marseille bis zur FloraHolland-Niederlassung in Aalsmeer. Dies ist eine der möglichen Routen, wenn Rosen von Kenia nach Holland nicht mit dem Flugzeug, sondern via Schiff und Lkw transportiert werden. 

FloraHolland will Rosen von Kenia nach Holland via Schiff und Lkw transportieren. Foto: FloraHolland

Bei zwei von drei Containern, mit denen FloraHolland im Jahr 2014 den Seetransport von Rosen aus Kenia testete, war dies die ausgewählte Route (Schifffahrtsgesellschaft: Linea Messina).

Zwischenstopp in Salalah
Die dritte Fahrt erfolgte mit der Containerschiff-Reederei Maersk und war mit Zwischenstopp in Salalah – einer Hafenstadt in Oman – verbunden. Dort hat man den Container geprüft und umgeladen auf ein Schiff mit Hamburg als Zielhafen. Der Rosencontainer wurde in Antwerpen abgeladen und dann per Lkw nach Aalsmeer transportiert.

Wie Christo van der Meer, zuständig bei FloraHolland für Innovationen in den Lieferketten, bei der Trade Fair in Aalsmeer berichtete, waren die drei Testlieferungen im Januar, Juli und Oktober. Die Rosen kamen aus zehn Betrieben in Kenia. Ab 2015 seien monatliche Lieferungen via Schiff geplant und zwar in Zusammenarbeit mit mehreren kenianischen Farmen.

Anfangs ein Container pro Fahrt
Anfangs soll es ein Container pro Fahrt sein, bei Bedarf im Laufe des Jahres dann mehr. Diese Rosen würden nicht über die Versteigerungsuhr, sondern direkt vermarktet. „Vielleicht“, so die Anmerkung van der Meers, „ist der Markt in zwei oder drei Jahren so weit, dass man die via Schiff transportierten Rosen genau so sieht wie die Rosen vom Flugtransport!“

46 Rosensorten waren bei den drei Schiffstransporten beteiligt. Zwei Drittel davon erreichten mehr als sieben Tage Haltbarkeit. Von etwa 30 Sorten sei mittlerweile bekannt, dass sie einen 25-tägigen Transport auf dem Schiff gut überstehen, vergleichbar mit den üblichen Flugtransporten. Voraussetzung sei, dass die vorgegebene Temperatur in den Containern konstant eingehalten wird.

Konstante Temperatur
Es betrifft eine Temperatur von kontinuierlich 0,5 Grad. Dies werde während der Fahrt ständig kontrolliert. Die Container sind mit elektrischer Kühleinheit ausgestattet. Die Container werden in Nairobi mit Rosen gefüllt und dann versiegelt, erst in Aalsmeer wieder geöffnet. Danach erfolgt eine Behandlung mit einem Frischhaltemittel.

Genau wie bei marktüblich via Flug transportierten Rosen differiert die Haltbarkeit der Rosen – gemessen ab Ende des Transports – nicht nur je nach Sorte, sondern ebenso nach Produktionsverfahren. Zum Beispiel zählte ‘Athena’ zu den gut haltbaren Sorten. In einem Fall erreichte sie nach dem Seetransport ein Vasenleben von 21 Tagen, in einem anderen Fall dagegen nur zehn Tage.

Als maßgebliche Vorteile des Seetransports gegenüber dem Transport als Flugfracht stellte Christo van der Meer die niedrigeren Kosten und die bessere Umweltverträglichkeit heraus. (eh)