Rosen: Insektenfreundlichkeit und Duft bleiben wichtig

Veröffentlichungsdatum: , Therese Backhaus-Cysyk

Das Gartenrosen-Sortiment hat für die nächste Saison viele Neuheiten zu bieten. Deutliche Trends sind seit der Pandemie kaum mehr zu erkennen. Foto: Kordes Rosen

Welche Rosen sind im Großhandel und bei Endverbrauchern besonders gefragt? Das wollten wir von verschiedenen Züchtern wissen. Bei Neuzüchtungen bleiben demnach insektenfreundliche und wetterfeste Sorten ein Dauerthema. Zudem finden Spezialsortimente guten Anklang.

Kordes Rosen: komplette Breite des Sortiments nachgefragt

Aspekte wie Duft, insektenfreundlich oder containertauglich sind weiterhin sowohl im Großhandel wie auch im Privatverkauf wichtig, sagt Thomas Proll, Züchtungsleiter bei Kordes Rosen. „Und hinzu kommt dann natürlich noch der Effekt, den die Covid-19-Pandemie bekanntlich auf die gesamte Grüne Branche hatte (und hat) – auch bei Rosen war die Nachfrage in allen Phasen der Saison extrem hoch und folglich der Rosen-Markt am Ende der Saison 2019/20 wie auch 2020/21 regelrecht leergefegt – sogar der Herbstverkauf, der zuletzt immer mehr an Bedeutung verloren hatte, erfuhr eine deutliche Belebung.“ Insbesondere durch den Online-Handel habe auch die etwas in Vergessenheit geratene Angebotsform der „wurzelnackten Rosen“ zumindest zeitweise eine Renaissance erlebt, was die übliche Nachfrage nach blühender Ware im Container jedoch nicht beeinträchtigt habe, wie Proll erklärt. „Ein Nebeneffekt dieser hohen Nachfrage war allerdings, dass deutliche Trends kaum mehr zu erkennen waren, sondern mehr oder weniger ‚verschwammen‘ – eben, weil einfach die komplette Breite des Sortiments nachgefragt war“, so Proll weiter.

Kollektionen oder Spezial-Sortimente erfreuen sich großer Beliebtheit

Mit Blick auf einzelne Sorten hebt der Züchtungsleiter von Kordes Rosen unter anderem die See You-Kollektion sogenannter Persica-Hybriden hervor, die mit der Neuheit ʻSee You in roséʼ nunmehr vier Sorten umfasse – diese sei bereits vor Corona „gut durchgestartet“ und erfreue sich seitdem anhaltender Beliebtheit, „zumal die Sorten neben der exotischen Optik auch das Thema ‚Insektenfreundlichkeit‘ bestens bedienen“, wie Proll erklärt. Zu den verkaufsstärksten Sortimenten im Großhandel gehöre auch in der laufenden Saison wieder die noch junge Siluetta-Kollektion, die mit der Neuheit ʻPurple Siluettaʼ inzwischen sechs Sorten umfasse.

Dass sich solche Kollektionen oder Spezial-Sortimente – insbesondere im Großhandel – großer Beliebtheit erfreuen, zeige auch die aktuell hohe Nachfrage nach der Fantasia- und der Heckenzauber-Kollektion, so Proll. „In ersterer haben wir besonders farbenfrohe beziehungsweise mehrfarbige Sorten oder solche mit extravaganten Tönen zusammengefasst. Dabei handelt es sich zum Teil um schon seit längerem etablierte Sorten, die wir aber auch sukzessive um Neuheiten ergänzen.“ Beim Heckenzauber-Sortiment gehe es hingegen mehr um den Verwendungsbereich, den die Sorten gemeinsam haben – „also Strauchrosen, die man je nach Sorte zur Gestaltung eher niedriger Hecken von 80 bis 150 Zentimeter Höhe verwenden kann, ein von Gartenbesitzern immer wieder gefragter Aspekt.“ Auch in dieser Kollektion von Kordes Rosen findet sich Proll zufolge eine breite Sortenvielfalt von bewährten Klassikern wie ‘Angelaʼ (1984) oder ganz frischen Sorten wie ‘Ile de Fleursʼ (2019) oder ‘Cayenneʼ (2020).

Sorten, die bei Rosen Tantau besonders hohe Aufmerksamkeit erfuhren

Sorten, die bei Rosen Tantau in den vergangenen zwei Jahren eine besonders hohe Aufmerksamkeit erfahren haben, sind laut Züchtungsleiter Jens Krüger ʻStrandperle Amrumʼ und ʻStrandperle Norderneyʼ. „Die Strandperlen sind unser neues Sortiment der Rugosa-Hybriden. Mit ihnen lässt sich das Urlaubsgefühl vom Nordseestrand mit in den heimischen Garten nehmen. Strandperlen sind ideale Rosen für einen naturnahen, insektenfreundlichen Garten“, so Krüger. Insektenfreundlich ist auch das Bienenweide-Sortiment von Tantau, für das die Begeisterung unvermindert anhalte – „vielleicht auch, weil wir es regelmäßig um innovative Farbgebungen erweitern konnten“, vermutet Krüger und nennt als Beispiel ʻBienenweide mangoʼ, deren von außen gelbgefärbte Blüten sehr lange geschlossen bleiben und erst allmählich den Blick auf die orangefarbenen Innenseiten der Blütenblätter freigeben. „Ein besonderes Farbschauspiel für Bienen und Liebhaber der kleinen Blühwunder“, so Krüger.

Von den Mitgliedern der Deutschen Rosengesellschaft zur „Rose des Jahres 2021“ gewählt wurde die Sorte ʻMatthias Claudiusʼ. „Diese Auszeichnung bedeutet uns besonders viel, denn mit dieser Wahl wird quasi der Puls der Rosengeschmacks gefühlt. Neben dem Austausch mit Fachleuten, Anbauern, Wissenschaftlern und dem Handel ist es ja oberstes Ziel für uns Züchter, mit unseren Rosen die Empfindungen der Rosenfreunde und Gartenliebhaber zu treffen“, so Krüger.

Auszeichnung steigert Nachfrage nach ʻPerennial Dominoʼ

Ebenfalls prämiert wurde ʻPerennial Dominoʼ. „Nachdem der Markt nach einer roten Rambler-Rose verlangt hatte, erschienen durchaus gute Sorten aus verschiedenen Züchterhäusern. Unsere ʻPerennial Dominoʼ legte an Blütenreichtum, Wuchskraft und Vieltriebigkeit noch ‚eine Schippe drauf‘ und konnte so eindeutig den Titel ‚Goldene Rose von Baden-Baden 2020‘ gewinnen“, berichtet Krüger. Diese höchste Auszeichnung habe der Sorte so viel Aufmerksamkeit beschert, dass in der Folge „eine für diesen Wuchstyp sensationell hohe Pflanzenanzahl nachgefragt wurde“, so der Züchtungsleiter von Rosen Tantau.

► Rosen stehen mit der Vorstellung von Highlights und neuen Züchtungen auch im Mittelpunkt der Sortengalerie in TASPO 1/2022.

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