Grüne Branche

Rosen jetten rund um die Welt

Warenströme verändern sich bei Schnittrosen schnell. Immer mehr Produktionsländer in Südamerika und Afrika nehmen am Weltmarkt teil. Die Schnittblumen gelangen nicht nur als Luftfracht, sondern auch schon im Seecontaier in den Absatz in Europa und Nordamerika. Einen Blick auf die Produktionsländer warf Gerd Gerritzen (Landgard Blumen und Pflanzen) kürzlich beim Schnittblumentag in Straelen. In Kenia soll die Anbauspitze im Rosenanbau inzwischen erreicht sein. Und zwar deshalb, weil produktionstechnisch die verlangte Blütengröße dort nicht erlangt werden kann. Ein Rosenproduzent dort muss neun Euro-Cents netto erhalten, um kostendeckend wirtschaften zu können. Im vergangenen Jahr wurden über die niederländischen Versteigerungen 1,27 Milliarden vermarktet, zu gleichen Teilen groß- und kleinblumige Rosen mit fast 615 Millionen, die Restmenge waren Sprayrosen. Simbabwe ist von den Kulturbedingungen und vom Anbau her vergleichbar mit Kenia, doch die politische Situation wirkt sich auch auf den Agrarbereich aus. Entsprechend ist der Rosenmarkt stark rückläufig. In 2006 wurden in den Niederlanden knapp über 76 Millionen Rosen, 70 Prozent weniger als noch im Vorjahr gehandelt. Bei Landgard lagen die Importmenge aus Zimbabwe unter eine Million Stück. Uganda, Sambia und Tansania sind in den Anbaubedingungen vergleichbar mit Kenia, jedoch mit noch größeren Wasserproblemen gezeichnet. Die Anlieferungen aus diesen Ländern hat im Jahr 2006 in den Niederlanden zwischen 30 und 45 Prozent abgenommen. Bei Landgard sind dies nur sehr kleine Lieferungen.

In Äthiopien trifft sich zurzeit die gesamte Zierpflanzenwelt, speziell die Rosenwelt. Aber besondere Beachtung finden Projekte, Franchisenehmer einzusetzen, wie es von Großunternehmen angeboten wird. Der Export aus diesem Land wird rasant ansteigen und auf alle internationalen Märkte gelangen, so die Einschätzung der Experten. Das Image der Rosen aus Äthiopien ist positiv und viel versprechend für den Handel. Der Rosenanbau in Israel ist das beste Beispiel, wie es nicht gemacht werden sollte, so Gerritzen. Dort wurde versäumt, die Flächen zu erweitern, die Sorten zu wechseln, es fehlten Arbeitskräfte und es fehlte an Wasser. Insgesamt noch etwa 4,2 Millionen großblumige Rosen, jedoch keineswegs vergleichbar mit denen aus Äthiopien, wurden in dem vergangenen Jahren noch an die niederländischen Versteigerungen geliefert. Der Rosenanbau wird sich in Israel nicht mehr ausweiten. Ecuador: die Rosenqualität aus diesem Land hat einen besonders guten Ruf und ist eigentlich verantwortlich für die veränderte Einstellung zu großblütigen Rosen. Die Preise liegen immer im oberen Level, und die Hauptabsatzmenge geht immer in die USA. Rosen aus Ecuador sind eine Bereicherung für das Rosensortiment und das Image der Rosen. Es gibt erfahrene und im Handel anerkannte Importeure von Ecuadorrosen in den Niederlanden, die versuchen, dort Rosen einzukaufen. Was nur gelingt, wenn der Preis hoch ist. Sie achten auf eine weitere Aufbereitung der Schnittblumen vor dem Versand und dem Verkauf.