Grüne Branche

Runde Kronen für den Garten

Für Kugelbäume ist fast immer Platz
Für jede Gartensituation und für jeden Standort gibt es geeignete Bäume. Wer sein Ideal gefunden hat, wird sich auch nach vielen Jahren noch daran erfreuen. Darum lohnt es sich, schon vor dem Kauf zu überlegen, welche Voraussetzungen der Baum erfüllen muss und welche Kriterien die Auswahl einschränken. 

Kugel-Robinien gedeihen besonders gut an sonnigen Standorten und vertragen auch eine trocken-heiße Umgebung. Foto: BGL

Experten wissen, welche Gehölze welche Standortbedingungen bevorzugen, wie groß sie werden, wie viel Raum das Wurzelwerk einnimmt und welche Grenzabstände zum Nachbarn eingehalten werden müssen. Gemeinsam mit dem Experten für Garten und Landschaft sollten die Gartenbesitzer auch überlegen, welche Anforderungen sie an den neuen Gartenbewohner haben. Ist er eher als gestalterisches Element oder als Schattenspender gedacht? Soll die Fläche unter dem Baum in besonderer Weise genutzt werden, etwa als Sitzplatz oder als Spielfläche für die Kinder? Darf der Baum eine dichte, ausladende Krone haben oder muss sie möglichst schmal, locker und lichtdurchlässig sein?

Für Gärten mit geringer Fläche und Vorgärten empfehlen Landschaftsgärtner häufig klein bleibende Bäume mit kugelförmiger Krone. Die Kugelform und die überschaubare Größe der Gehölze sind zumeist das Resultat einer Kopfveredlung. Das heißt, die Krone des Baums sitzt auf einem Stamm einer schnellwüchsigen Art. Gartenbesitzer können zwischen zahlreichen verschiedenen Kugelbaumarten wählen. Wichtig ist auch hier, auf die voraussichtliche Endgröße zu achten. Es gibt Kugelbäume, die zehn Meter hoch und entsprechend breit werden, aber auch kleinere, die nur vier Meter schaffen. Die meisten haben eine natürlich runde Krone, andere müssen hin und wieder etwas in Form geschnitten werden.

Von Ahorn bis Sumpfeiche
Kugel-Robinien (Robinia pseudoacacia 'Umbraculifera') und Kugel-Platanen (Platanus hispanica 'Alphens Globe') gedeihen besonders gut an sonnigen Standorten und vertragen auch eine trocken-heiße Umgebung. So können sie auch gut in innerstädtischen Bereichen - etwa in Einfahrten oder Eingangsbereichen - eingesetzt werden. Beide Arten werden etwa drei bis vier Meter hoch, haben gleichmäßig rund wachsende Kronen und sind, falls es einmal notwendig wird, gut schnittverträglich. Ihre dünnen, dichtverzweigten Äste und die feinen, gefiederten, hellgrünen Blätter verleihen der Kugel-Robinie eine südliche Anmutung. Wegen dieser Blätter, die denen von Akazien ähneln, wird der Baum häufig auch Kugel-Akazie genannt. Die im Mai erscheinenden Blüten der Kugel-Platanen sind eher unscheinbar. Dekorativer sind die borstigen, kugelförmigen Früchte, die im Herbst am Baum hängen. Auch die Blätter sind ein toller Schmuck, vor allem im Herbst, wenn sie sich ockergelb färben.

Für sonnige bis halbschattige Standorte empfehlen Experten beispielsweise die Kugel-Esche (Fraxinus excelsior 'Nana'), die Kugel-Sumpfeiche (Quercus palustris 'Green Dwarf') oder den Kugel-Ginkgo (Ginkgo biloba 'Mariken'). Alle drei Arten wachsen relativ langsam. Die Kugel-Esche bevorzugt ausreichend bodenfeuchte Gartenareale. Sie kann vier bis sechs Meter hoch und zwei bis drei Meter breit werden. Die Krone entwickelt sich oft eher schirmförmig. Anders die kleine Krone der Kugel-Sumpfeiche: Sie bleibt auch ohne Schnitt schön rund. Meist erreicht sie einen Durchmesser von nur 1,5 Metern. Noch weniger breit macht sich der Kugel-Ginkgo: Oft hat die Krone hier nur 80 Zentimeter im Durchmesser. Der ganze Baum wird drei bis vier Meter hoch und ist besonders wegen seiner schönen fächerförmigen Blätter und seiner tollen, leuchtend gelben Laubfärbung im Herbst beliebt.

Zu den am häufigsten im Garten eingesetzten Kugelbäumen gehört sicher der Kugel-Ahorn (Acer platanoides 'Globosum'). Wie seine großen Verwandten weist er die typischen, spitz gelappten, bis 15 Zentimeter langen Ahornblätter auf. Er ist ein wertvolles Schutzgehölz für Vögel und bietet ihnen mit seinen dicht stehenden Ästen gute Nistmöglichkeiten. Im Alter erreicht er eine Höhe von fünf bis sechs Metern. Der Umfang seiner Krone lässt sich durch Schnitt gut begrenzen. Noch wenig bekannt ist dagegen die Kugel-Steppenkirsche (Prunus fruticosa 'Globosa'). Sie wird nur drei bis fünf Meter hoch und bildet eine dicht verzweigte, geschlossene Kugelkrone. Im April und Mai erscheinen zahllose kleine, weiße Blüten, aus denen sich dunkelrote, eher unscheinbare Früchte entwickeln. Das glänzend dunkelgrüne Laub färbt sich im Herbst oft leuchtend gelborange und bleibt lange an den Zweigen haften.

Als zuverlässigen Schattenbaum für kleine Sitzplätze wählen die Experten für Garten und Landschaft aus der Gruppe der Kugelbäume in der Regel den Kugel-Trompetenbaum (Catalpa bignonioides 'Nana'). Die zehn bis 15 Zentimeter großen, herzförmigen Blätter des Gehölzes legen sich gleichmäßig übereinander und bilden so ein geschlossenes, schattenspendendes Dach. Im Alter kann die Krone einen Durchmesser von vier Metern erreichen, behält dabei aber ihre sehr schöne Form. Der Kugel-Trompetenbaum bevorzugt windgeschützt Standorte und wird etwa drei bis vier Meter hoch.

Quelle: BGL