Grüne Branche

„Russland ist weiter der wichtigste Exportmarkt“

Baumschulen in Polen
Das Russland-Embargo besteht zunächst bis Ende Juli. Nicht direkt vom Embargo, wohl aber von der schwächelnden russischen Wirtschaft betroffen sind viele polnische Baumschulen. Das zeigte sich im Gespräch mit Vertretern des polnischen Baumschulverbands (ZSZP, Warschau) am Gemeinschaftsstand Polens auf der IPM in Essen.

Russland ist immer noch der wichtigste Exportmarkt für die polnischen Produzenten“, betonte ZSZP-Geschäftsführer Grzegorz Falkowski. Daher würden sich die sinkenden Importe Russlands und die ungünstigen Wechselkurse negativ bemerkbar machen – etwa für die Baumschule Szmit (PL-Ciechanów), die über 50 Prozent ihrer Gehölze exportiert. „Unsere Exporte nach Russland sind 2015 um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen“, erläuterte Mitinhaber Bronisław Jan Szmit.

„Da wir unsere Preise nicht verändert haben, sind unsere Produkte wegen des niedrigen Rubels jetzt teuer für die russischen Großhändler. Weil der russische Markt aber stark von Pflanzenimporten abhängt, kaufen die Russen immer noch viel, wenn auch weniger als vorher“, sagte Szmit. Er ist überzeugt, dass Russland auch weiterhin Pflanzen importieren wird: „Auch wenn sich die russischen Baumschulen weiterentwickeln, gibt es bislang nur wenige wirklich gute.“

Generell sei es wichtig, nach neuen Abnehmern (neuen Kunden, neuen Ländern) für ihre Produkte zu suchen, um Absatzverluste zu vermeiden, so Szmit. Daher suchten die polnischen Baumschulen nach weiteren Absatzmöglichkeiten in Skandinavien, Rumänien, Tschechien, Ungarn und westeuropäischen Ländern.

Noch viel Potenzial für Grün in Polen
Wróblewski ist optimistisch für die polnische Baumschulbranche, auch wegen der guten wirtschaftlichen Lage Polens. Das Wirtschaftswachstum liegt bei 3,6 Prozent, der Wohlstand steigt, die Konsumlaune ist gut. Die Insolvenzen einiger deutscher Baumschulen in der letzten Zeit machen ihm keine Sorgen, wie er sagte, da die polnischen Erzeuger weniger stark spezialisiert und nicht so abhängig von einzelnen Märkten seien. al


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