Grüne Branche

Russlands Handelsembargo: Bundesagrarminister Schmidt will Obst- und Gemüseabsatz stärken

Bundesagrarminister Christian Schmidt setzt sich dafür ein, den Obst- und Gemüseabsatz im In- und Ausland als Reaktion auf das russische Handelsembargo zu stärken. Bei einem Treffen mit Verbänden der Obst- und Gemüsewirtschaft gestern Nachmittag in Berlin sprach sich Schmidt unter anderem dafür aus, das Europäische Schulobst- und Gemüseprogramm komplett aus EU-Mitteln zu finanzieren, um so noch mehr Länder und Schulen für eine Teilnahme an dem Programm zu gewinnen. 

Wollen gemeinsam den Absatz von Obst und Gemüse stärken (v.l.): DBV-Vizepräsident Werner Schwarz, der BVEO-Vorsitzende Dr. Henning Ehlers, Bundesagrarminister Christian Schmidt, der Vorsitzende des Bundesausschusses Obst Gemüse Jens Stechmann, DRV-Präsident Manfred Nüssel und ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Foto: Pressebüro deutsches Obst und Gemüse/BVEO

„Dies wäre in der aktuellen Lage ein wichtiges Signal und eine effektive Marketing-Maßnahme für die Obst- und Gemüsebranche“, so Schmidt in Berlin. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Auswirkungen des russischen Importstopps auf die Obst- und Gemüsewirtschaft, meldet das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL).

Nach aktuellem Stand ist von dem russischen Importstopp vor allem der Obst- und Gemüsemarkt betroffen – weniger durch direkte Absatzeinbußen, sondern möglicherweise mittelfristig durch indirekte Effekte, indem die in anderen Ländern gesperrte Ware zusätzlich auf dem Binnenmarkt abgesetzt wird. So könnte aufgrund hoher Lagerbestände und der sich abzeichnenden guten Ernte 2014 der Apfelmarkt durch den Exportstopp verstärkt unter Druck geraten.

„Unser Ziel muss es sein, den Schaden für die Betroffenen in Grenzen zu halten und zugleich neue Märkte und neue Absatzregionen zu erschließen, damit Marktrisiken künftig noch besser abgefedert werden“, sagte Schmidt. In einem ersten Schritt hat die Europäische Kommission ein Unterstützungspaket für betroffene Obst- und Gemüsebauern in Höhe von 125 Millionen beschlossen. Das BMEL arbeitet derzeit gemeinsam mit den Bundesländern an der Umsetzung des Programms in Deutschland.

„Die Vernichtung von Lebensmitteln ist dabei für mich kein adäquater Weg der Marktstützung“, betonte Schmidt. Es sei sehr bedauerlich, dass das EU-Stützungsprogramm, das in allen Mitgliedstaaten umgesetzt werden muss, genau dies vorsieht, zum Beispiel die sogenannte Nicht-Ernte von erntereifen Früchten auf dem Feld. „Vorrang hat für mich die Förderung des Absatzes“, betonte Schmidt.

Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) will dies durch eine absatzfördernde Informationskampagne für den Binnenmarkt unterstützen. Unter dem Motto „Deutschland – Mein Garten.“ werden die Verbraucher aufgefordert, im Handel auf die Herkunft des angebotenen Obst und Gemüses zu achten.

Um die Verbraucher einfach und schnell umfassend über in Deutschland angebautes Obst und Gemüse und dessen Vorzüge zu informieren, wurde vom BVEO eine benutzerfreundliche Kampagnenwebsite eingerichtet. Diese beinhaltet unter anderem eine interaktive Deutschlandkarte, einen aktuellen Saisonkalender sowie eine Rezeptdatenbank. (ts)