Grüne Branche

Rußrindenkrankheit: „Gefällte Bäume liegen lassen“

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Cryptostroma corticale löst die Rußrindenkrankheit aus, Infektionen mit dem Pilz sind an Ahorn allgegenwärtig. Gefährlich für den Menschen ist die Krankheit in der Regel nur bei einer hohen beruflichen Exposition. Deutlich riskanter für Baumpfleger ist da schon der Eichenprozessionsspinner.

Teil des Baumpflegeseminars in Grünberg war auch eine Fachmesse: Hersteller beantworteten Fragen und führten Maschinen vor. Foto: FgB/Banse

Eichenprozessionsspinner: richtig schützen

Die Gefährdung durch den Eichenprozessionsspinner ist für Baumpfleger wie auch für andere damit in Berührung kommende Personen stark gegeben, informierten Markus Breithaupt (Die Kletterspezialisten) und Carsten Beinhoff (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau) beim Baumpflegeseminar des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger (FgB) in Grünberg.

Intensiv diskutiert wurden dabei die richtige Ausrüstung und Schutzkleidung sowie deren fachgerechte Entsorgung. Beides erfordert einen hohen personellen und finanziellen Aufwand, so der Tenor der Experten.

Rußrindenkrankheit: Warnschilder im Freizeitgelände aufstellen

An Ahorn allgegenwärtig sind Infektionen mit dem Schwächeparasiten Cryptostroma corticale, dem Verursacher der Rußrindenkrankheit. Der Pilz ist Untersuchungen zufolge an rund 30 Prozent der Ahorne ohne Symptome vorhanden. Die Bäume erkranken dann aufgrund einer zusätzlichen Schwächung durch Trockenheit und Hitze und sterben ab.

Im Freizeitgelände sollten Warnschilder aufgestellt werden, so Prof. Rolf Kehr von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Göttingen beim Baumpflegeseminar. Ein Transport in Containern und entsprechende Zerkleinerung mit Schutzmaßnahmen für direkt mit dem Holzstaub in Kontakt tretende Mitarbeiter und außerhalb der Bebauung ist durchaus möglich.

In der Regel sei die Rußrindenkrankheit nur bei einer hohen beruflichen Exposition für Menschen gefährlich, erklärte Prof. Kehr. Er empfahl, bei flächigem Befall gefällte Ahornbäume im Wald liegen zu lassen, da der Pilz die Bäume sehr schnell zersetzt und Sporen nach einem Jahr vermutlich nicht mehr vorhanden sind.

Sehr alte Bäume so lange wie möglich erhalten

Einen Überblick über den Fachbericht Artenschutz der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL), der voraussichtlich dieses Jahr veröffentlicht wird, gab der Vorsitzende des FLL-Arbeitskreises Artenschutz, Marco Wäldchen.

Da sehr alte Bäume die größte Diversität an Lebensraumstrukturen bieten, sollten diese so lange wie möglich erhalten werden. Solange die Verkehrssicherheit gegeben ist, sollten auch Bäume, die beschädigt oder nur noch begrenzt lebensfähig sind, als Habitate erhalten bleiben. Dieser grundlegende Vortrag ist für den Fachverband geprüfter Baumpfleger Auftakt einer nun über Jahre geplanten detaillierten Vortragsreihe zum Artenschutz.

Nächstes Baumpflegeseminar im Mai 2020

Besonderes Interesse zeigten die Baumpfleger bei der 7. Baumpflegefachmesse. Zwölf Firmen informierten über ihre Produkte und führten ihre Maschinen vor. Das nächste Baumpflegeseminar richtet der Fachverband geprüfter Baumpfleger vom 8. bis 10. Mai 2020 in Grünberg aus. Die 8. Baumpflegefachmesse ist für den 9. Mai geplant.