Grüne Branche

Saarland: Endverkäufer produzieren gemeinsam

Ein neues Konzept macht im kleinsten Flächen-Bundesland von sich reden. "Um überhaupt noch Zierpflanzenproduktion im Saarland zu erhalten, brauchen wir einen großen Gemeinschaftsbetrieb", sagt Harro Wilhelm.

Der langjährige frühere Präsident des Landesverbandes Gartenbau Saarland, ehemalige Vorsitzende der Vermarktungsorganisation Süd-West-Blumen und heutige Geschäftsführer der Erlebnis-Gärtnerei Storb in Saarbrücken setzt große Hoffnung in eine Studie, die derzeit vom Institut für angewandtes Stoffstrom-management (IfaS) im "Umwelt-Campus Birkenfeld" der Fachhochschule Trier erarbeitet wird. Für die Wirtschaftlichkeitsberechnungen zuständig ist Dr. Marianne Altmann von der Marketingberatung Co Concept in Luxemburg. Für die gartenbaulichen Inhalte sind Harro Wilhelm und die Vermarktungsorganisation SaarGärtner eingebunden. Bis Juli 2008 soll die Studie vorliegen.

Die Überlegung geht dahin, dass kleine Gärtnereien die weitgehend unwirtschaftliche Produktion am eigenen Standort aufgeben, sich dort auf Endverkauf und Dienstleistung konzentrieren, zugleich aber Gesellschafter eines gemeinsamen großen, modernen und rationell wirtschaftenden Produktionsbetriebes werden. Die teilnehmenden Betriebe würden quasi ihre Produktion in den gemeinschaftlichen Betrieb auslagern. Etwa zehn Hektar müsste der Standort schon umfassen, damit der Betrieb ausbaufähig ist. Der Anbau würde sich vermutlich auf Topfpflanzen konzentrieren und über Kulturabsprachen der beteiligten Gesellschafter geregelt. Ein Grundstock für die Finanzierung müsste zunächst über eine Umlage der teilnehmenden Betriebe aufgebaut werden. Wie Wilhelm erwähnte, haben etwa zehn Betriebe ihr Interesse an einem solchen Zukunftskonzept geäußert.