Sachsen: Ertragseinbußen durch Trockenheit und Spätfröste

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In Sachsen hatten die vergangenen drei zu trochenen Jahre erhebliche Auswirkungen auf den Gartenbau. Foto: Bernhard Falkinger/Pixabay

Das Jahr 2020 wurde erneut von Trockenheit, vielen Sonnenstunden und Spätfrösten geprägt. In Sachsen wurde in diesem Zusammenhang von der Landesregierung die Studie „Wetter trifft Klima“ vorgestellt und die Auswirkungen auf Gartenbau und Landwirtschaft in Sachsen skizziert.

Drittes Jahr in Folge zu heiß und trocken

Das dritte Jahr in Folge hatten vor allem gartenbauliche und landwirtschaftliche Betriebe mit wenig Niederschlag, zu hohen Temperaturen und überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden zu kämpfen. Die Trockenheit in Sachsen 2020 wurde durch die zu heiße Witterung weiter vorangetrieben. Das geht aus der Studie „Wetter trifft auf Klima“, die das Landesumweltamt Sachsen (LfULG) kürzlich vorgestellt hat. Als besonders markant betonen die Experten, dass sich der Witterungsverlauf aus den Jahren 2018 und 2019 im Jahr 2020 gleichartig fortgesetzt hat. Zudem handele es sich in Sachsen dabei um die drei wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. 2020 war es in Sachsen laut vorliegenden Daten 2,2 Grad „extrem zu warm“, hinzu kamen 23 Prozent mehr Sonnenstunden und neun Prozent weniger Niederschlag. Besonders der Winter war um 4,3 Grad wärmer als gewohnt, wodurch sich der Vegetationsbeginn um zwei Wochen nach vorn verschoben habe. Die fortgeschrittene Vegetation wurde schließlich von den im März und Mai eingetretenen Spätfrösten besonders getroffen.

Defizit im Wasserhaushalt

Bereits seit Herbst 2013 haben sich die Auswirkungen von Trockenheit in Sachsen aufgebaut. Seit 2018 haben sich dann vermehrt atmosphärische Bedingungen aufgebaut, die die Ausbildung von Trockenheit vorangetrieben haben. Vor allem das Niederschlagsdefizit hat die Situation des Wasserhaushalts verschärft. Das Defizit sei inzwischen so massiv, dass es wochenlang anhaltend regnen müsste, um es auszugleichen. Schon die Dürrejahre 2018 und 2019 haben in den für Pflanzen verfügbaren Wasservorräten der Böden ein großes Defizit verursacht. Zu Trockenschäden und damit verbundenen Ertragseinbußen sei es vor allem in Nordsachsen gekommen, da regionale Unterschiede eine große Rolle spielen.

Ertragseinbußen im Obst-, Gemüse- und Gartenbau

Im Obst-, Gemüse- und Gartenbau haben die langanhaltende Trockenheit im Winter 2019/2020 und Frühjahr 2020 erhebliche Ertrags- und Qualitätseinbußen nach sich gezogen. Hinzu kamen die mehrtägigen Spätfrostereignisse im März und im Mai. Der verfrühte Vegetationsbeginn hatte vor allem Schädigungen der Blütenorgane bis hin zum Absterben ganzer Blütenstände zur Folge, die insbesondere bei Baumobst zu spüren waren. An Apfel-, Birnen- und Kirschbäumen traten großflächig extreme Schäden an Knospen und Blüten auf. Gerade die Äpfel seien untypisch klein geblieben und wiesen Frostzungen auf, trotz einer guten Apfelblüte. Begründet wird das durch eine schwächere Entwicklung der nicht erfrorenen lateralen Knospen und auch durch die fehlende Bodenfeuchte aufgrund ausgebliebener Niederschläge. Bei Gemüse sorgte die Trockenheit verbreitet für Ertragsausfälle, die zum Großteil auch nicht durch Bewässerung abgefangen werden konnten. Detaillierte Informationen stellt die Landesregierung Sachsen unter diesem Link zur Verfügung.

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