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Satellitendaten offenbaren deutliche Waldverluste

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Neue Satellitendaten offenbaren deutliche Waldverluste in Deutschland. Anhand der Daten könne die Entwicklung des Waldbestandes in den Jahren 2016 bis 2020 angezeigt und nachvollzogen werden. Daraus geht hervor, wieviel Nadel- und Laubwald in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist.  

Neue Satellitendaten zeigen deutliche Waldverluste in Deutschland. Symbolfoto: Borger/FBG Saar-Hochwald

Geodaten veranschaulichen Waldverlust

„Der Waldzustand besorgt mich“, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Februar dieses Jahres bei Veröffentlichung der Waldzustandserhebung ihres Ministeriums (TASPO Online berichtete). Daraus ging hervor, dass sich die deutschen Wälder in dem schlechtesten Zustand seit Beginn der Erhebungen befinden. Das untermauern nun auch neue Satellitendaten, die von der Naturwald Akademie und der Remote Sensing Solutions GmbH veröffentlicht im Rahmen eines Waldmonitors worden sind. Die Geodaten veranschaulichen auf einer Deutschlandkarte wie viel Nadel- und Laubwald die einzelnen Bundesländer in den vergangenen trockenen Jahren verloren haben. Des Weiteren kann nachvollzogen werden, welche Regionen besonders gelitten und an Vitalität verloren haben.

Große Unterschiede in den Bundesländern

Grundlage des neuen Waldmonitors sei eine Analyse der frei verfügbaren Sentinel-2 Daten des Europäischen Copernicus-Satelliten Programms. Auf der Karte werden Waldflächen mit einer deutlichen Vitalitätsverschlechterung der Bäume in den letzten Jahren in orange dargestellt. Rote Farben weisen Kahlflächen oder Flächen komplett abgestorbener Bestände aus. Große Unterschiede zeigen sich dabei in den verschiedenen Bundesländern. Die größten Verluste an Nadelwald haben demnach Nordrhein-Westfalen (10,3 Prozent), Sachsen-Anhalt (8,2 Prozent) und Hessen (8,1 Prozent) zu beklagen. Bei den Laubwäldern stellt sich die Lage deutlich entspannter dar. Hier sind in Sachsen-Anhalt 1,9 Prozent der Laubwälder verloren gegangen, in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sind es 1,3 Prozent.

Vielfältige Informationen rund um den Waldzustand

„Die letzten Jahre haben gezeigt, dass gerade der Klimawandel eine regelmäßige, bundeseinheitliche Überprüfung des Waldzustandes notwendig macht. Die mit dem Klimawandel verbundenen Prozesse verändern den Wald so schnell, dass eine Stichprobe von ca. 10.000 Bäumen der jährlichen Waldzustandserhebung nicht ausreicht, um den Vitalitätszustand des Waldes flächendeckend zu beschreiben.“ erklärt Dr. Torsten Welle, Leiter Wissenschaft und Forschung der Naturwald Akademie. Die Lösung sei der neue Waldmonitor. „Mit einer Auflösung von 10 x 10 m pro Pixel können wir aktuell und fortlaufend Informationen über den Waldzustand in Deutschland gewinnen. Neben der Vitalität von Laub- und Nadelbäumen können wir auch Aufforstungsaktivitäten und die Entwicklung der Schadflächen verlässlich dokumentieren. Die Palette an Informationen, die wir so Waldbesitzenden, Kommunen und Ministerien anbieten können, werden wir weiter ausbauen“, ergänzt Dr. Jonas Franke, Geschäftsleiter der Remote Sensing Solution GmbH

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