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Sauerampfer: Kandidat fürs Staudenbeet

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Während der Wiesen-Sauerampfer ein echtes Wildkraut ist, das wohl kaum kommerziell angebaut wird, hat der Blut-Ampfer inzwischen seinen festen Platz im Kräuter-Sortiment einiger Produzenten. Noch mehr findet man ihn als Jungpflanze für den privaten Anbau.

Ist attraktiv und schmeckt erfrischend: der Blut-Ampfer. Foto: Pixabay

Heimische Staude: der Wiesen-Sauerampfer

Sauer macht lustig, und diese Tatsache gilt ganz bestimmt für den Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa). Die heimische Staude, die man häufig auf nährstoffreichen Wiesen und an Wegrändern findet, verdankt ihren Geschmack der so genannten Oxalsäure, die auch in anderen Pflanzen, zum Beispiel Rhabarber oder Sauerklee, enthalten ist.

Als reiner Extrakt ist Oxalsäure übrigens schon in geringer Menge tödlich, verdünnt ist sie ein wirksames Reinigungsmittel – zum Beispiel, um Teakholzmöbel gründlich zu reinigen.

In den genannten Pflanzen ist Oxalsäure aber nur in sehr schwacher Konzentration enthalten. Trotzdem sollten Menschen mit Nierenleiden nur geringe Mengen zu sich nehmen, weil sie die Bildung von Nierensteinen noch begünstigt. Außerdem behindert Oxalsäure die Aufnahme von Eisen und sollte daher nicht zeitgleich mit Eisenpräparaten gegessen werden.

Frühlingskraut mit raffiniertem Aroma

Damit sind die kritischen Eigenschaften des Sauerampfers aber auch schon abgehandelt. Eigentlich ist es nämlich ein sehr gesundes Kraut, das viel Vitamin C enthält und zudem sehr erfrischend schmeckt. Aus diesem Grund werden die pfeilförmigen Blätter gerne als Zutat in Salaten und als Blattgemüse verwendet.

Im Frühling, gleich nach dem Austrieb sind sie noch zart, später wird das Laub ziemlich derb und schmeckt auch nicht mehr. Die Blüten und Samenstände auf den bis zu einen Meter hohen Stängeln sind aber durchaus attraktiv, und dann kann man auch gut erkennen, dass der Sauerampfer zu den Knöterichgewächsen (Polygonaceae) gehört.

Blut-Ampfer: der schöne Verwandte

Ein anderer Vertreter der Gattung Rumex hat allerdings in den letzten Jahren eine steile Karriere hingelegt. Es handelt sich um Rumex sanguineus, den Blut-Ampfer. Er ist milder im Geschmack, beinhaltet also Oxalsäure nur in ganz geringen Dosen. Außerdem besitzt er ungemein attraktive, mit kräftigen dunkelroten Adern durchzogene längliche Blätter.

Damit ist er sogar ein Kandidat für das Staudenbeet und tatsächlich in etlichen Staudengärtnereien erhältlich. Aber auch gebündelt im Handel, zwischen Schnittlauch und Petersilie, fällt er auf und animiert zum Mitnehmen. 

Nährstoffreiche Standorte bevorzugt

Bei der Verarbeitung in Kräutersoßen und Dips kann er sein frisches Aroma ausspielen. Der Blut-Ampfer liebt nährstoffreiche Standorte, die genügend Bodenfeuchte aufweisen sollten. Unter solchen Bedingungen ist er eine langlebige Staude, deren Blätter jedes Jahr von neuem von Mai bis Ende Juni geerntet werden können.

Saatgut von Rumex sanguineus ist unter anderem erhältlich bei Jelitto Staudensamen (Schwarmstedt) und Dürr Samen.

Dieses Pflanzenporträt ist Teil des neuen TASPO extra Genusspflanzen, das heute in der TASPO 16/2018 erschienen ist.