Grüne Branche

Schadensausgleich im Betrugsfall

Wie übervorteilte Betriebe ihr Geld zurück erhalten
Kein Mensch wird gerne übervorteilt oder betrogen. Welche Möglichkeiten bestehen, den finanziellen Verlust auszugleichen und wo liegen die Vor- und Nachteile?

Erfolgt der Betrug durch vertraute Mitarbeiter oder langjährige Geschäftspartner, kommt die persönliche Enttäuschung zu dem Vermögensschaden hinzu. Schnell wird der vermeintliche Betrüger zur Rede gestellt und eine Rückführung des Schadens verlangt. Dies ist jedoch selten die beste Vorgehensweise.
Drei Praxisbeispiele zeigen den Handlungsbedarf auf:

  • 1. Eine Baumschule wurde von einem Lieferant jahrelang übervorteilt. Der Schaden ist eindeutig quantifizierbar, die Anklage durch den Rechtsanwalt fundiert, das Gerichtsurteil fällt wie erwartet aus. Der Lieferant meldet Insolvenz an, die Baumschule bleibt auf ihrem Schaden sitzen.
  • 2. Ein Mitarbeiter hat ein Kleinteil unerlaubt entwendet. Aufgrund der „Null Toleranz“-Politik erfolgt sofort die Entlassung. Das entwendete Kleinteil hatte einen Wert von drei Euro, der Mann hat drei minderjährige Kinder und ist Alleinverdiener. Die Reaktionen von Presse und Öffentlichkeit sind eindeutig.
  • 3. Es bestehen Hinweise, dass ein Mitarbeiter und ein Kunde gemeinsam die Baumschule geschädigt haben. Der Inhaber stellt seinen Mitarbeiter unverzüglich zur Rede. Am nächsten Tag sind die Beweisunterlagen vernichtet.


Reaktionen auf Vermögensschäden
Schädigungen von Baumschulen werden auf unterschiedliche Weise aufgedeckt. Erste Indizien reichen allerdings selten aus, um sich rechtssichere Klarheit über den Vorfall zu verschaffen. Bei einer bewussten Schädigung spielt zusätzlich zum finanziellen Schaden der Vertrauensbruch eine große Rolle.

Temperamentvolle Inhaber möchten am liebsten losstürmen, den Delinquenten zur Rede stellen und den entstandenen Verlust durch eigene Maßnahmen sofort ausgleichen. Allerdings sind nach der ersten Bestandsaufnahme selten alle Fakten geklärt, weiterhin ist sich der Geschädigte selten über seine eigenen Ziele klar.
Soll der Täter an erster Stelle bestraft und ein Exempel statuiert werden? Oder ist das Hauptziel, die Vermögenswerte zurückzuführen? Eile ist geboten, Hektik aber nicht.

Schwierigkeiten entstehen dadurch, dass Teilziele im Konflikt zueinander stehen:
Das unverzügliche Stoppen der Schädigungen: Dies hat höchste Priorität. Wird der Schädigende jedoch sofort angesprochen, geht der Überraschungseffekt verloren. Dadurch wird das Erreichen des zweiten Ziels erschwert. Rückführung der Vermögenswerte. Grundlage ist die Schadensermittlung, anschließend werden verschiedene Ausgleichsmöglichkeiten geprüft, welche Vor- und Nachteile aufweisen.

Ausschluss weiterer Schädigungen: Hier stehen organisatorische Veränderungen an, anderseits aber auch die Abschreckung möglicher Versuche, welche durch Ergreifung arbeits- und zivilrechtlicher Schritte erfolgt.

Mögliche Rückführung:

1. Behörden einschaltenEine der Rückführungsmöglichkeiten ergibt sich über das Einbeziehen der Strafverfolgungsbehörden. Eine Anzeige erfolgt bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft.


2. Möglichkeit: Arrest
Zur Durchsetzung eines Zahlungsanspruchs benötigt der Gläubiger einen sogenannten Titel. Dieser wird durch ein Urteil oder ein gerichtliches Mahnverfahren erwirkt.

3. Notarielles Schuldanerkenntnis
Ein notarielles Schuldanerkenntnis reicht aus, um eine Forderung durchzusetzen. Es enthält die Höhe des Betrages, den der Schuldner leisten muss.

Festlegen der Vorgehensweise
Welche der drei Möglichkeiten angewandt wird, ist von den Zielen abhängig. Die Vor- und Nachteile verdeutlichen, dass eine spontane Entscheidung kaum zur richtigen Auswahl führt.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel mit vielen wertvollen Tipps zum Schadensausgleich, Vorgehensweisen sowie über Vor- und Nachteile möglicher Rückführungen in Ausgabe 08/ 2013 Deutsche Baumschule.