Grüne Branche

Schaderreger: Urlaubszeit = Einschleppungszeit?

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Ob das Feuerbakterium Xylella fastidiosa, der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) oder der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii): Sie alle kamen ursprünglich als „blinde Passagiere“ mit infizierten Pflanzen oder Verpackungsholz nach Europa. Mit der bevorstehenden Urlaubszeit steigt zudem das Risiko, die Schadorganismen mit pflanzlichen Reisesouvenirs weiter zu verschleppen.

Schadorganismen wie der Asiatische Moschusbockkäfer können erhebliche Schäden verursachen und gesunde Gehölze zum Absterben bringen. Foto: LfL Bayern

BdB warnt vor pflanzlichen Urlaubssouvenirs

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) hat deshalb jetzt seine Warnung vor grünen Urlaubsmitbringseln erneuert. Schnell können mit Pflanzen oder Gehölzen aus dem Ferienort nämlich Xylella und Co. in die Heimatregion gelangen – und dort „erhebliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, im Hausgarten sowie dem Öffentlichen Grün verursachen“, wie BdB-Präsident Helmut Selders deutlich macht.

So sorgt etwa der Asiatische Moschusbockkäfer dafür, dass von ihm befallene Bäume im schlimmsten Fall absterben. Massive Schäden können insbesondere die Larven des Quarantäneschädlings anrichten, die aus den von adulten Käfern in Rindenspalten abgelegten Eiern schlüpfen und unter der Rinde und später auch im Holzkörper tiefe Gänge nagen, wie die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) informiert. Innerhalb weniger Jahre kann demnach auch der aus Asien stammende Citrusbockkäfer vitale und gesunde zum Absterben bringen.

Xylella: breites Wirtspflanzen-Spektrum

Gefürchtet in der Grünen Branche ist ebenfalls das ursprünglich aus Amerika stammende Feuerbakterium Xylella fastidiosa, das eine Reihe von Wirtspflanzen – unter anderem Olive, Lavendel, Rosmarin, Kirsche, Pflaume, Pfirsich, Oleander oder Berg-Ahorn – befallen kann. Anzeichen für eine Xylella-Infektion sind laut LfL Vergilbung, Verbräunung, Welke und Absterben von Blättern und Trieben bis hin zum völligen Absterben der kranken Pflanzen.

Zum Schutz vor der weiteren Einschleppung von Schadorganismen gelten unter anderem besondere Vorschriften oder sogar Verbote bei der Einfuhr bestimmter Pflanzen. Zum Teil sind auch spezielle Einfuhr-Dokumente erforderlich. Fehlen diese, „werden die Pflanzen bei der Einreise am Flughafen vom Zoll beschlagnahmt und anschließend vernichtet“, wie Alwin Bogan von der Generalzolldirektion in Bonn erklärt.

Über Einfuhr-Bestimmungen informieren

„Wenn Urlauber auf pflanzliche Souvenirs nicht verzichten können und verhindern wollen, dass die Pflanze bei der Einreise vom Zoll entsorgt wird, sollen sie sich vor Reiseantritt über die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen unter www.zoll.de informieren, die je nach Herkunftsland variieren können“, lautet deshalb Bogans Empfehlung für Urlauber.

Infos, was bei der Einreise nach Deutschland erlaubt ist und von welchen Souvenirs Urlauber lieber die Finger lassen sollten, soll auch die kostenfreie, für iOS und Android erhältliche App „Zoll und Reise“ beinhalten.