Grüne Branche

Schafgarbe: farbenfrohe Heilpflanze ist Staude des Jahres 2021

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Sie gehören zur Familie der Korbblütler und es gibt sie in zahlreichen Sorten sowie vielen Farben – die Rede ist von Schafgarben (Achillea). Nachdem sie 2004 aufgrund ihrer heilenden Inhaltsstoffe bereits „Heilpflanze des Jahres“ waren, wurden die insektenfreundlichen und robusten Pflanzen jetzt als „Staude des Jahres 2021“ ausgerufen, informieren der Bund deutscher Staudengärtner (BdS) und das Grüne Medienhaus.

Scheindoldige Blütenstände und viele, zum Teil leuchtende Farben kennzeichnen die mehrjährigen Schafgarben. Foto: GMH/Andre Stade

Insbesondere Achillea millefolium für heilende Eigenschaften bekannt

Bereits der als unverwundbar geltende griechische Sagenheld Achilleus soll von den heilenden Eigenschaften der Schafgarbe profitiert haben, heißt es in der gemeinsam veröffentlichen Mitteilung zur frisch gekürten Staude des Jahres – darauf verweist nicht zuletzt der botanische Gattungsname Achillea. Insbesondere die Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) sei für ihre wohltuenden Inhaltsstoffe bekannt, wie der Staudengärtner Wolfgang Siebler weiß. „Deshalb trägt sie auch so klangvolle Namen wie Jungfraukraut, Blutstillkraut oder Grundheil“, erklärt der Inhaber der Gärtnerei Stauden-Siebler im niedersächsischen Schwarmstedt. „Die Artbezeichnung millefolium – also ‚Tausendblatt‘ – geht hingegen auf die grazilen, fein gefiederten Blättchen zurück.“

Das Millefolium-Sortiment werde Siebler zufolge Jahr zu Jahr größer – schon jetzt gebe es die Wiesen-Schafgarben in vielen leuchtstarken Sorten, so der Stauden-Experte. Wiesenhaften Pflanzungen und Naturgärten verleihen sie demnach ein typisch sommerliches Flair. Eine natürliche Ausstrahlung besitze auch die aus Vorderasien stammende Goldgarbe (Achillea filipendulina), die ebenso wie Achillea millefolium erst vor einigen Jahren „zum eigentlichen Höhenflug“ angesetzt habe, berichtet Siebler. „Zwar hat der berühmte Staudengärtner Ernst Pagels bereits in den 1990er-Jahren eine Reihe herrlicher Achillea-filipendulina-Sorten gezüchtet, aber er war seiner Zeit offenbar voraus. Jedenfalls finden diese nach wie vor exzellenten Sorten erst heute richtig Anklang.“

Schafgarben vielseitig einsetzbar in der Gartengestaltung

Bei der Gartengestaltung lassen sich beide Garben-Arten vielseitig einsetzen – etwa für Ton-in-Ton-Pflanzungen in Prachtstaudenrabatten oder als fröhliche Farbkleckse in Gräsergärten. Die Farbpalette reicht von Weiß-, Gelb-, Rot- oder Orangetönen bis zu pastelligen und zweifarbigen Varianten wie den Achillea-filipendulina-Hybriden ʻTerracotta’ und ‘Feuerland’, berichten das Grüne Medienhaus und der Bund deutscher Staudengärtner über die Staude des Jahres 2021. Einige Sorten wie etwa Achillea millefolium ‘Belle Epoque’ ändern demnach zudem ihre Farbe im Laufe der Blütezeit.

Darüber hinaus ziehen beinahe alle Schafgarben unzählige Insekten mit einem reichhaltigen Nektar- und Pollenangebot an, heißt es weiter. „Zu den wenigen Ausnahmen zählt die Gefüllte Bertramsgarbe (Achillea ptarmica) ‘Schneeball’ beziehungsweise ‘The Pearl’, die allerdings mit ihren unzähligen reinweißen Blütenkugeln und der langen Blütezeit von Juni bis September gestalterisch wirklich fantastisch ist“, wird Staudengärtner Siebler vom Grünen Medienhaus zitiert. Mit einer Wuchshöhe von 70 Zentimetern passe sie perfekt zu den durchschnittlich 60 Zentimeter hohen Millefolium-Sorten und den meist etwas größeren, bis maximal 120 Zentimer hohen Filipendulina-Züchtungen.

Staude des Jahres 2021 gedeiht meist auch an trockenen Plätzen

Während Achillea ptarmica etwas mehr Wasser braucht, gedeihen die meisten anderen Schafgarben selbst an trockenen Plätzen problemlos – auch polsterbildende Arten wie die wintergrüne, etwa zehn Zentimeter hohe Gelbe Schafgarbe (Achillea tomentosa) oder die 15 Zentimeter hohe Dalmatiner-Silbergarbe (Achillea ageratifolia). „Das einzige, was man beachten sollte: Schafgarben sind nicht allzu langlebig. Damit sie dauerhaft erhalten bleiben und üppig blühen, sollte man sie alle drei bis vier Jahre teilen“, empfiehlt Stauden-Experte Siebler.

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