Grüne Branche

Schlecht bewertet! Was nun?

Ihr gutes Recht im Internet
Die Globalisierung ermöglicht weltweites Shoppen, auf Suchportalen kann man Angebote vergleichen und für sich den besten und günstigsten Anbieter finden. Und man kann, für alle sichtbar und dennoch anonym, online über seine Erfahrungen berichten – nicht immer zum Vorteil des Dienstleisters. Was kann der gegen vorsätzlich schlechte Bewertungen tun?

Mit der Digitalisierung und dem Internet hat sich die Welt maßgeblich verändert. Vieles ist ein Stückchen einfacher geworden, wenn es um die Auswahl von Produkten oder Dienstleistern geht. Neben offiziellen Testberichten von Institutionen, Verbänden oder Zeitschriften lassen sich heutzutage immer mehr Menschen auch von den Erfahrungsberichten anderer Kunden und Käufer im Internet zu einer Anschaffung inspirieren.
Oder aber auch davon abhalten. Google, amazon, ebay oder andere Shopping-Seiten wie ciao gehören zu den bekanntesten Portalen, die dem Kunden eine Bewertungsfunktion anbieten. Und es erobern immer neue Portale, sogenannte Bewertungsportale, das World Wide Web, in dem Ärzte, Lehrer oder auch Arbeitgeber, wie bei kununu, online mit einem Feedback versehen werden können. Nahezu alle Branchen finden sich mittlerweile in den Online-Bewertungsportalen wieder. So bleiben auch Dienstleister aus der grünen Branche wie GaLaBau, Baumschulen, Garten-center oder Gärtnereien nicht verschont.

Viele Internet-Nutzer erkennen den klaren Vorteil einer Online-Bewertung, weil sich schnell und unkompliziert viele Meinungen zu einem Thema finden lassen. Selbst nachts um zwei sind schnelle Informationen abrufbar – man muss heute nicht mehr Nachbarn, Arbeitskollegen oder Freunde um Empfehlungen bemühen. Dadurch ist die Welt ein Stückchen transparenter und demokratischer für die Nutzer geworden, denn positive wie auch negative Kritik an Arbeitsleistungen oder Produkten lässt Firmeninhaber aufhorchen.

Im besten Fall fließen die Erfahrungen und Bewertungen der Kunden in die Neuentwicklung oder in einen Verbesserungsprozess mit ein. So können Unternehmen ihre Dienstleistungen noch besser auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden ausrichten.

Die Sache hat einen Haken
Es stellt sich immer wieder die Frage, ob die Kundenrezensionen tatsächlich fachlich fundiert und objektiv sind. Oder sind sie vielleicht in einem Anfall von Euphorie, tief gehenden Emotionen wie Frust oder Ärger verfasst worden? Die Motivation und die Motive für vorsätzlich schlechte Bewertungen sind dabei höchst unterschiedlich. Sie reichen von persönlicher Enttäuschung, Stimmungsschwankungen bis hin zu anderen negativen Erfahrungen mit einer Firma oder einem Produkt. Aber auch das Bedürfnis nach schneller und großer Aufmerksamkeit kann sich dahinter verbergen.

Doch was kann man dagegen tun?
Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Als Geschädigter kann man Mobbing-Attacken von sogenannten Hatern (Hassern) dem Portalbetreiber melden, der diese Beiträge dann löscht. Auffällig ist auch, dass die Zahl der vorsätzlich schlechten Bewertungen laut Florian Sperling von der Rechtsanwaltskanzlei Lausen (München/Köln) exorbitant zunehmen. Doch wie verhält man sich als GaLaBau-Unternehmen, als Baumschulbesitzer oder Gartencenterinhaber, wenn man selber von solchen ungerechtfertigten Bewertungen betroffen ist?


Marc Vorwerk, Berlin

Lesen Sie mehr über dieses Thema in dem ausführlichen Artikel und einem Interview mit dem Rechtsanwalt Florian Sperling in Ausgabe 01/2018 Deutsche Baumschule.