Grüne Branche

Schleswig-Holstein: Landesverband Baumschulen mit neuem Vorsitzenden

Mit 98,2 Prozent der Stimmen wurde Axel Huckfeldt auf der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) Mitte Dezember in Ellerhoop-Thiensen in geheimer Wahl zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 44-Jährige betreibt als geschäftsführender Gesellschafter die Baumschule Sievers in Horst. Nach dem Rücktritt von Claus-Dieter Stoldt als Landesverbandsvorsitzender hatte Huckfeld dieses Amt bereits seit August kommissarisch inne. Nun steht er für zwei Jahre und damit eine halbe Amtsperiode an der Spitze des Landesverbandes. Dann erfolgt aus satzungstechnischen Gründen eine neue Wahl des Verbandsvorsitzenden.

Neben Axel Huckfeldt (v. l.) und Angelika Steffen gehören Mark Schneekloth (2. Vorsitzender), Hans-Werner Münster (Schatzmeister) sowie Ulf-Heinrich Krohn (nicht im Bild) zum aktuellen Vorstandsteam des BdB-Landesverbandes Schleswig-Holstein. Foto: BdB SH

Huckfeldt ist nicht nur seit 25 Jahren Baumschuler, sondern verfügt bereits über langjährige Erfahrung in der Verbandsarbeit. Seit 1998 ist er im Landes-Vorstandsteam tätig und brachte sich in mehreren Gremien auf Landes- und Bundesebene in die berufsständische Arbeit ein, darunter als Mitglied im BdB-Fachausschuss „Laubgehölze“ und als Vorsitzender des Arbeitskreises „Anerkennungsbestimmungen zur Deutschen Markenbaumschule“. Ihm sei bewusst, dass es Kraft und Ausdauer erfordere, persönlich alle Belange unter einen Hut zu bringen, wenn man ein solches Amt übernehme, sagte Huckfeldt. Er kündigte an, die Verbandsarbeit und die Aufgabenverteilung darin neu strukturieren zu wollen, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen.

Im Rückblick auf das abgelaufene Jahr sei an erster Stelle ein zukunftsweisendes Projekt erwähnt: Die Fördergesellschaft des Landesverbandes „Service Grün“ erhielt für das Teilprojekt „Pinneberger Baumschulland“ den Zuschlag innerhalb des von der Metropolregion Hamburg geförderten Projektes „Kulturlandschaften auf der IGS 2013“. Martina Schneekloth und Dr. Heike Meyer-Schoppa werden ein Regionalmanagement einrichten und das Projekt leiten (siehe TASPO 39/11), das mit über 93.000 Euro gefördert wird. Es gebe schon erste Mitgestalter, so seien beispielsweise schon 800 Rosen gepflanzt worden, berichtete Schneekloth. Alle grünen Institutionen sollen in dem Projekt dargestellt werden. Nun sei man auf der Suche nach weiteren Partnern und Sponsoren.

Weiterhin stellte Huckfeldt rückblickend die Beteiligung des Landesverbandes an der Zweiten Landesgartenschau Schleswig-Holstein in Norderstedt beim „Haus der Gärtner“ heraus. Dort konnten über 70.000 Besucher über Produkte und Dienstleistungen des Gartenbaus informiert und beraten werden, darunter erstmals auch der Wirtschaftsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages (siehe TASPO 34/11). Diese Erfahrungen zeigen, dass eine der Hauptaufgaben des Verbandes in der Außenwirkung darin liege, noch intensiver über die Chancen durch und die Bedeutung von Grün in der städtebaulichen Entwicklung zu informieren, ergänzte Geschäftsführer Dr. Frank Schoppa.

Huckfeldt erinnerte auch an den gut angenommenen Zweiten Norddeutschen Baumschultag, den die beiden Landesverbände Hamburg und Schleswig-Holstein gemeinsam in der Baumschule Lorenz von Ehren in Hamburg-Marmstorf veranstalteten (siehe TASPO 37/11). Kontinuierliche Informationspolitik leistete der Landesverband, als die Schleswig-Holsteinische Landwirtschafts- und Umweltministerin Juliane Rumpf das Baumschulgebiet besuchte. In den Diskussionen ging es um Pflanzenschutzprobleme, unter anderem die Bodenmüdigkeit, die zusehends Probleme in der Region bereite.

In seiner Zusammenfassung des Marktgeschehens wies Huckfeldt auf die starke Abhängigkeit von der Witterung hin. Bei schlechtem Wetter gehe niemand in die Verkaufsstätten des Einzelhandels, und „gefühlt hat es 2011 nur geregnet in Pinneberg“. Der Sommer werde, leider auf Kosten der traditionellen Herbst-Pflanzzeit, als Absatzzeitraum für Produzenten von Container-Gehölzen immer wichtiger. Die beiden letzten strengen Winter und die Spätfröste im Mai hatten zu Ausfällen im Privatbereich und der freien Landschaft geführt, was andererseits die Nachfrage auch beflügelte.

Der Herbst 2011 – die Pflanzzeit für das typische Holsteiner Sortiment – sei optimal gewesen für die Baumschulen. Der trockene November schonte Boden, Mensch und Maschine und brachte durch die flotte Erledigung der Erntearbeiten auch wirtschaftliche Vorteile. Die Nachfrage sei bei fast allen Sortimenten gut bis sehr gut gelaufen. Als Ausnahme seien bodendeckende Rosen für das öffentliche Grün und Kirschlorbeer zu nennen, was auch den beiden Wintern und dem Mai-Frost geschuldet sei.

Der Export sei und bleibe ein wichtiges Standbein der Baumschulen im Kreis Pinneberg und biete, auch für kleinere Betriebe, durchaus noch Wachstumschancen. Der Ausschreibungssektor stehe immer noch stark unter Druck. Es sei viel verkauft worden, allerdings zu knappen Preisen. Man müsse daran glauben, dass der noch vorhandene Bestand bis Ende April verkauft werden könne, dann auch zu besseren Preisen, meinte Huckfeldt und sah für die Holsteiner Baumschulbranche insgesamt optimistisch in das Jahr 2012.

Wichtig für den Einzelhandel und das Thema Nachhaltigkeit sei die Neufassung der Anerkennungsrichtlinien für BdB-Markenbaumschulen. Ein Vorbild seien da die Niederlande, die die Regelung eingeführt hätten, dass ein gewisser Prozentsatz des Gesamt-Produktionsvolumens aus nachhaltiger Produktion stammen müsse. In Nordrhein-Westfalen gebe es ähnliche Überlegungen. Huckfeldt rechnet damit, dass die Überarbeitung der Anerkennungsbestimmungen für die Markenbaumschulen 2013 abgeschlossen werden kann. (jen)