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Schleswig-Holstein startet in die Spargel-Saison

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Gut zwei Wochen später als in den vergangenen Jahren hat Schleswig-Holstein heute die Spargelsaison 2018 eröffnet – mit dem offiziellen Anstich durch Landwirtschaftskammer-Präsident Claus Heller im Herzogtum Lauenburg.

Spargelproduzent Tobias Busacker (Müssener Hofladen), Spargelherzogin Elin I. und Schleswig-Holsteins Landwirtschaftskammer-Präsident Claus Heller (v. l.) haben heute in Hornbek den ersten Spargel gestochen. Foto: Daniela Rixen/Landwirtschaftskammer

Kühle Witterung ohne Einfluss auf Spargel-Qualität

Nachtfröste, insgesamt recht niedrige Temperaturen und relativ nasse Böden in den vergangenen Wochen haben dafür gesorgt, dass das begehrte Stangengemüse zum üblichen Termin noch nicht erntereif war. Der Qualität habe das kalte Wetter aber nicht geschadet, wie Heller bei der Saisoneröffnung in Hornbek erklärte.

„Das Warten hat sich gelohnt! Die Globalisierung der Märkte macht es zwar möglich, dass frisches Obst und Gemüse aus den Anbaugebieten der Welt jederzeit verfügbar sind – Erdbeeren im Januar und Spargel zu Weihnachten – aber es gibt gute Gründe, ganz bewusst auf das heimischen Angebot zu setzen“, so der Präsident der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Spargel: am besten frisch und regional

Seine Empfehlung an die Verbraucher lautet deshalb, auf regionale Ware zu setzen und frischen Spargel direkt vom Erzeuger beziehungsweise auf dem Wochenmarkt zu beziehen. Diesen Rat befolgen die meisten Konsumenten laut Statistik bereits – am häufigsten kommt hierzulande demnach weißer Spargel aus der Region auf den Tisch. Im Schnitt rund 1,5 Kilogramm der edlen Stangen verzehrt jeder Bundesbürger pro Jahr.

Etwa 50 Betriebe bauen in Schleswig-Holstein auf einer Gesamtfläche von über 500 Hektar (davon 90 Hektar Junganlagen) Spargel an – fünf Prozent mehr Fläche als im Vorjahr. Bedingt durch die raue Witterung liegen die Erträge mit insgesamt rund 2.000 Tonnen gegenüber dem Süden Deutschlands um etwa 20 bis 30 Prozent niedriger. Vermarktet wird der schleswig-holsteinische Spargel zu 90 Prozent direkt ab Hof, in Hofläden, an Straßenständen oder auf dem Wochenmarkt.

Spargelanbauer hoffen auf Sonne und Wärme

Damit auch in diesem Jahr ausreichend heimischer Spargel auf den Tellern landen kann, hoffen Schleswig-Holsteins Spargelanbauer jetzt auf warme Temperaturen und insbesondere einen sonnigen Mai. Denn das Stangengemüse benötigt mindestens zwölf Grad Celsius, um ordentlich zu wachsen. Selbst mit Folie wurden in den vergangenen Tagen lediglich neun Grad in den Spargeldämmen gemessen.

Generell bewirkt der Einsatz von Folie eine schnellere Erwärmung und bessere Wärmespeicherung der Dämme. Wichtig ist zudem eine feinkrümelige Bodenstruktur, um die Erwärmung noch zu beschleunigen. Da Schleswig-Holsteins Spargelbauern die Folien in diesem Jahr aber statt wie üblich Anfang März erst Ende vergangenen Monats auflegen konnten, hatte sich auch der Erntestart entsprechend verzögert.