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Schnittblumen: Besonderheiten mit Potenzial

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Statt importieren lieber selber machen: Unter diesem Motto könnten einige Besonderheiten im Schnittblumen-Sortiment laufen. Warum nicht einmal Eustoma kultivieren oder duftende Kräuter zum Schnitt? Impulse dazu liefert das Versuchswesen.

Besser vermarkten mit Geschichte

Es sind Produkte für Nischen, die aber Perspektiven bieten. Vielleicht nur drei bis vier Wochen im Jahr anbauwürdig oder nur in bestimmten Stückzahlen. Und sie müssen mit einer Geschichte auftreten, um sich besser vermarkten zu lassen.

Extrem lange Haltbarkeit bis zu 21 Tagen, ein großes Sortiment und neue Züchtungslinien in interessanten Farben und Knospenformen – wenn die Preisgestaltung stabil ist, bieten Eustoma viel Potenzial. Großblumige Sorten mit rosenartiger Blüte oder kleinblumige mit dichtem Knospenbesatz: Die Kultur ist ohne Wuchsregulierung möglich und die Qualität von hiesiger Ware meist besser als bei Importware, so Peter Tiede-Arlt vom Versuchszentrum Straelen/Köln-Auweiler.

Kräuter und Duftpflanzen für Schnitt und Vase

Der Boom nach Kräutern und Duftpflanzen lässt sich auch für den Schnitt und die Vase nutzen. Straelen machte dazu Versuche mit Allium obliquum, Echinacea in Sorten, Lavandula angustifolia in Sorten, Mentha india, Ocimum x Hybride ‘Magic Blue’, Origanum vulgare, Rosmarinus officinalis, Salvia officinalis in Sorten, Trifolium rubens und officinalis sowie Chelone, Stokesia, Verbesina und Angelica.

Die Stiellänge bei Kräutern war mit 35 bis 45 Zentimetern gut. Bei Lavendel und Rosmarin ist ein spätes Pinzieren sinnvoll, um den Kopf „fülliger“ zu gestalten. Haltbarkeit in der Vase zwischen zehn und 20 Tagen.

Wichtig ist bei als „essbare Zierpflanze“ eingeordneten Pflanzenteilen, auch in Sträußen: Rückstandsproblematik berücksichtigen, keine Frischhaltemittel verwenden, Höchstmengenverordnung einhalten.

Für Monosträuße: Kalanchoe als Schnittblume

Kalanchoe als Schnittblume mit extrem langer Haltbarkeit eignet sich für Monosträuße. Getestet wurden in Straelen vier Farben mit gefüllten Blüten. In der Kultur verlangt sie hohe Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad. Sie müsste wie langstielige Rosen einen Preis um einen Euro pro Stiel an der Uhr erzielen.

Als Schnittblume für den Herbst stellt Tiede-Arlt Ajania pacifica vor, die jetzt kaum noch am Markt ist. Gezieltes Trockenhalten zum Kulturende ist vorteilhaft, leichtes Stauchen wäre sinnvoll, Haltbarkeit mit Frischhaltemitteln über 15 Tage.

Kleine Nische: Schnittblumen für Winter und Frühjahr

Schnittblumen für Winter und Frühjahr wie Primula-Crescendo-Hybriden oder Bellis perennis sind eine sehr kleine Nische für Direktvermarkter oder Hofläden. Primeln erreichen bis zu 26 Zentimeter lange Stiele, Bellis bis zu 13 Stiele je Pflanze mit einer Stiellänge von 15 Zentimetern. Die Aufbereitung ist intensiv, daher für Endverkaufsbetriebe zu empfehlen.

Tulpen auf Wasser sind ein besonderes Produkt, wenn man die Zwiebel mit verkauft – die Haltbarkeit verlängert sich entsprechend. Zur Kultur einfaches Stecken der fertig gelieferten, vollständig gekühlten, ungepellten Zwiebeln in diverse Systeme und nur noch satzweise treiben.