Grüne Branche

Schnittblumen: deutsche Importeure knüpfen Kontakte in Äthiopien

Vor Ort Kontakte knüpfen, Produktqualität prüfen, Marktbedingungen sondieren – das stand im Fokus einer Beschaffungsreise für Schnittblumen, die eine Delegation von Unternehmern aus dem Schnittblumen-Sektor zu Blumenfarmen in Äthiopien führte. Organisiert wurde die Reise vom Import Promotion Desk (IPD) zusammen mit dem Verband des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels (BGI). 

Ein deutscher Importeur prüft vor Ort in Äthiopien die Qualität der Schnittrosen. Foto: IPD

Afrika: Äthiopien zweitwichtigstes Exportland für Schnittblumen

Afrika hat sich als aufstrebender Markt für Schnittblumen entwickelt. Nach Kenia ist Äthiopien das wichtigste Exportland – Tendenz steigend. Nur ein Bruchteil der in Deutschland verkauften Rosen wird direkt aus den Ursprungsländern bezogen – immer noch geht das meiste über die Niederlande.

Durch diesen Zwischenhandel bleibt jedoch wichtiges Wertschöpfungspotenzial ungenutzt. Genau hier setzt das IPD, der deutsche Dienstleister für Importförderung, an. Das IPD vernetzt äthiopische Lieferanten mit deutschen Importeuren, damit diese ohne Zwischenstufe in den europäischen Markt verkaufen können.

Durch diesen direkten Handel profitieren wiederum die deutschen Importeure, die so unter anderem ihre Beschaffungskosten reduzieren können und zudem einen direkten Zugang zu besonderen Varietäten und guten Qualitäten erhalten.

Besuche auf elf Schnittblumen-Plantagen

Vom hohen Niveau der äthiopischen Blumenzüchter konnten sich die Teilnehmer der viertägigen Reise dann direkt überzeugen. Dazu hatte das IPD Besuche auf elf Rosenplantagen in verschiedenen Regionen Äthiopiens – darunter Debrezeit, Holeta und Bahir Dar – arrangiert. Vor Ort konnten die deutschen Unternehmen die Vielfalt und Qualität der Schnittblumen, die Anbaubedingungen sowie die Situation auf den Farmen überprüfen. Neben den Gewächshäusern wurden auch die Verpackungsstationen besichtigt.

„Dank der guten Vorauswahl durch das IPD und der perfekten Reiseorganisation konnte ich in nur vier Tagen wichtige Informationen über den äthiopischen Markt sammeln, die für zukünftige Geschäftsabschlüsse entscheidend sind. Zudem habe ich vielversprechende Kontakte knüpfen können. Mit einigen Lieferanten bleiben wir auf jeden Fall in Verbindung“, so Lutz Danner, Blumengroßhändler und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BGI.

Bei der Auswahl der Exporteure kooperiert das IPD mit dem äthiopischen Branchenverband EHPEA (Ethiopian Horticulture Producer Exporters Association), in dem Exporteure von Schnittblumen sowie frischem Obst und Gemüse organisiert sind und der seine Mitglieder in allen Belangen des Exports unterstützt.

Passgenaue Auswahl der Schnittblumen-Exporteure

Gemeinsam hatten IPD und EHPEA eine Reihe von Firmen identifiziert, die den Ansprüchen und Bedürfnissen der deutschen Unternehmen entsprechen. „Passgenaues Sourcing ist der Mehrwert, den wir erbringen. Denn durch geeignete, zuverlässige Kontakte können wir für Importeure den Aufwand und das Risiko senken“, erklärt Husam Al Dakak, IPD-Experte Sourcing & Einkauf für den Schnittblumensektor.

Wichtig für das IPD ist zudem, dass die Firmen geltende Standards sowie die notwendigen Zertifizierungen vorweisen können. Die meisten Exporteure verfügen über ein MPS-A Umweltzertifikat, ausgestellt von der internationalen Zertifizierungsorganisation Milieu Programma Sierteelt (MPS) aus Holland, was bedeutet, dass der Anbau mit dem höchsten Grad an Umweltbewusstsein stattfindet und die Umweltauswirkungen gering sind.

Zusätzlich verfügen die Farmer über den EHPEA Code of Practice, was dem GlobalGAP-Zertifikat entspricht. Einige sind zudem auf dem Weg ein Fairtrade-Zertifikat zu erhalten, da sie meist schon alle Bedingungen hierfür erfüllen.

B2B-Meeting mit äthiopischen Schnittblumen-Exporteuren

Abgerundet wurde das Programm mit einem Besuch der von der EHPEA ausgerichteten Messe HortiFlora Expo in Addis Abeba, an der rund 100 Aussteller teilnahmen.

Hier bot sich den deutschen Unternehmen im Rahmen des vom IPD arrangierten B2B-Meetings dann noch ein weiteres Mal die Gelegenheit, sich mit äthiopischen Schnittblumen-Exporteuren, mit Vertretern von EHPEA sowie mit Einkäufern anderer europäischer Schnittblumen-Unternehmen auszutauschen. (ts/ipd)