Grüne Branche

Schon im Herbst Nistkästen aufhängen

Die Experten der Bayerischen Gartenakademie empfehlen: „ Hängen sie schon im Herbst neue Nistkästen auf!“ Nistkästen sind nicht nur Sommerhäuser und Kinderstuben für Vögel. Das ganze Jahr werden sie von unterschiedlichen Tierarten genutzt.

Wer Nistkästen im Garten aufhängt, will in erster Linie höhlenbrütenden Vögeln, wie Meisen, Kleiber und Sperlingen Bruthöhlen und –nischen anbieten. Nistkästen simulieren Hohlräume alter Bäume, die so in der Natur nur noch selten anzutreffen sind. Hohle Bäume sind ein Ökosystem, das vielen Tierarten Lebensraum, Nahrung, Brutstätten und Überwinterungsplätze bietet. Nistkästen sind ein guter Ersatz. Hängen Sie  so viel wie möglich und verschiedene Bauarten in Ihrem Garten auf. Singvögel, die Ihnen im Sommer die Schädlinge von den Pflanzen fernhalten und viele andere Lebewesen profitieren davon.Alte Nistkästen und ihre WintergästeDen Sommer über haben die Vogeleltern Moos, trockenes Laub und allerlei Wollfäden zusammengetragen, um es den Vogelkindern gemütlich zu machen. Im Herbst sind die Vögel ausgeflogen und die Kästen anscheinend leer – so denkt man. Doch das wollig warme Zuhause nutzen auch andere Tiere. Vogelparasiten haben sich schon während der Brutzeit eingenistet. Es gibt unzählige Arten von Flöhen, Zecken und Lausfliegen, die sich von den Federn ernähren.

Das richtige Reinigen
Aus diesem Grund wird von Fachleuten empfohlen, die Nistkästen im Spätsommer zu reinigen. Entfernen Sie das Nistmaterial und bürsten Sie den Kasten aus. Tragen Sie dazu Handschuhe und atmen Sie die Stäube nicht ein. Verwenden Sie in keinem Fall chemische Reinigungsmittel oder Insektensprays. Haben Sie allerdings den Zeitpunkt verpasst, so sollten Sie die Entrümpelungsaktion auf das Frühjahr verschieben. Die Parasiten in den alten Nestern werden erst problematisch, wenn sie in Massen auftreten. Gesunde Tiere können gut mit den Untermietern leben. Dabei ist es erstaunlich, dass die Insektenmitbewohner von den Vögeln nicht als Nahrung erkannt und genutzt werden. Einige davon sind sogar nützlich. Asseln, Speckkäfer oder Motten leben im Untergeschoß des Vogelhauses und zersetzen das Nistmaterial und ausgefallene Federn.

Ab Oktober sollten Sie die Nistkästen nicht mehr stören. Dann ziehen nämlich schon die ersten Wintergäste ein. Die selten gewordenen „Schlafmäuse“, wie Siebenschläfer rollen sich schon zeitig in den Winterschlaf. Schmetterlinge und die nützlichen Florfliegen finden dort ein trockenes Zuhause. Doch in erster Linie suchen sesshafte Vögel Schutz in kalten Nächten.

Neue Nistkästen jetzt schon anbringen
Im Winter ist im Garten weniger zu tun. Nutzen Sie die Zeit und bauen Sie Nistkästen. Anleitungen zum Selbstbau erhalten Sie bei vielen Umweltschutzorganisationen, wie BUND und NABU. Warten Sie aber nicht bis zum Frühjahr um die Nistkästen aufzuhängen. In der kalten Jahreszeit sind die sie willkommene Schlafstätten. Wenn vor allem im ausgehenden Winter die Temperaturen besonders tief fallen und die Vögel schon etwas geschwächt sind, können die Vogelbehausungen sogar Leben retten. Vögel haben eine Körpertemperatur von 39 bis 42 Grad, die sie auch im Winter aufrechterhalten müssen. Neben der Winterfütterung erhöhen deshalb genügend schützende Schlafplätze die Überlebenschancen bei tiefen Minusgraden.

Der Fernsehtipp der Bayerischen Gartenakademie: In der Gartensendung des Bayerischen Rundfunks ´Querbeet´ am 5. November 2012 um 19:00 Uhr wird gezeigt, was Sie beim Bauen und Aufhängen der Nistkästen beachten sollten.

 

Weitere spannende Informationen und Themen finden Sie außerdem im Gemüseblog – der Veitshöchheimer Gemüseschaugarten unter http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/43802/

GartenCast – Gartentipps zum Hören:

http://www.lwg.bayern.de/internet/stmlf/behoerden/lwg/gartenakademie/38289/index.html

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie(at)lwg.bayern.de