Grüne Branche

Schülerprojekt Gemüsebau: Das Ergebnis immer vor Augen

Bei dem „Schülerprojekt Gemüsebau“ pflanzen 15 Mittelschüler derzeit im Nürnberger Gartenbaubetrieb Haubner selbst Salat an. Dadurch soll Interesse für den Beruf des Gärtners, Fachrichtung Gemüsebau geweckt werden, hoffen die an dem Projekt beteiligten Organisationen. 

Beim Schülerprojekt Gemüsebau pflanzen Schüler Salat mit der Hand an. Foto: AELF

Was muss geschehen, bis Salat verzehrfertig auf dem Tisch steht? 15 Nürnberger Mittelschüler, die seit 15. Juni an dem „Schülerprojekt Gemüsebau“ teilnehmen, erledigen unter Anleitung eines Gärtnermeisters alle dafür nötigen Schritte derzeit selbst – vom Pflanzen des Salats über die Pflege bis zur Vermarktung.

Das Projekt, das erstmals durchgeführt wird, soll die Schüler für den Ausbildungsberuf Gärtner, Fachrichtung Gemüsebau, begeistern. Angeleitet werden sie von Jochen Haubner, Inhaber des Nürnberger Gartenbaubetriebs Jochen Haubner Gemüsebau. Kooperationspartner sind das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth (AELF), das Institut Dr. Bauer in Fürth und der Verband der Gärtnermeister, Fachrichtung Gemüsebau, im Knoblauchsland.

„Die Schüler waren durchweg positiv interessiert“, stellte Jochen Haubner am Ende des Auftakttags fest. Andreas Schmitt, stellvertretender Schulleiter der Fachschule für Gemüsebau am AELF, wies darauf hin, dass Gärtner ein Beruf mit großen Zukunftschancen ist. Die 15 Jugendlichen der Klassen 8 und 9, darunter zwei Mädchen, bereiteten das Feld vor, pflanzten neue Salatpflanzen von Hand, bewässerten und beschrifteten die Felder.

„Man muss in diesem Beruf vielseitig sein und in vielen Bereichen Bescheid wissen“, erklärte Haubner den Schülern. Ein besonderes Anliegen ist es für den Gärtnermeister, dass die Schüler auch Einblick in mathematische Aspekte des Salatanbaus erhalten.

Die Jugendlichen lernten gleich am ersten Tag die Vorteile des Berufs kennen: „Man hat bei jedem Schritt das Ergebnis vor Augen“, sagte Haubner. Der 36-Jährige führt den Familienbetrieb seit sieben Jahren in dritter Generation. Seine wichtigsten Anbauprodukte sind Salat, Radieschen, Rosenkohl und Gurken. Das Gemüse wird am Großmarkt verkauft.

Fünf Mal werden die Schüler in den kommenden Wochen in den Betrieb kommen, um die weiteren typischen Aufgaben des Salatanbaus kennen zu lernen. Eine Kostprobe, wie frischer Salat schmeckt, konnten sie am Ende des ersten Tages bereits mit nach Hause nehmen.

Das Schülerprojekt Gemüsebau ist ein Pilotprojekt, bei dem die teilnehmenden Schüler zur besseren Berufsorientierung an vier Nachmittagen und zwei ganzen Tagen einen realitätsnahen Einblick in den Beruf erhalten. Finanziert wird das Projekt je zur Hälfte aus bayerischen Haushaltsmitteln und von der Agentur für Arbeit Nürnberg. (ts/aelf)