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Schweiz: neues Gewächshaus für die Pflanzen-Forschung

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600 Quadratmeter groß und mit modernster Klimatechnik ausgestattet ist das neue Gewächshaus des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL). Der Neubau im schweizerischen Frick soll zukünftig genutzt werden, um die biologische Züchtung von Obst, Gemüse, Kleearten, Baumwolle und Getreide voranzutreiben.

Das Gewächshaus auf dem FiBL-Gelände inmitten der Jurahügel. Fotos: FiBL/Andreas Basler

Tests von Natursubstanzen für biologischen Pflanzenschutz

In dem Gewächshaus können zudem Natursubstanzen und Pflanzenextrakte für den biologischen Pflanzenschutz getestet werden, erklärt das FiBL. Auch die Mineralisierung von Nährstoffen aus Kompost und organischen Düngern ist ein Thema.

Bei der offiziellen Einweihung im Mai sagte Martin Ott, der Präsident des FiBL Stiftungsrats, dass er sich sehr freue, zu wichtigen aktuellen Themen wie der chemiefreien Regulierung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen bald noch mehr Lösungen zu sehen. „Wir nehmen die Sorgen der Bevölkerung und die Probleme der Landwirte ernst“, so Ott.

Die Tropenforscherin Brigitte Kaufmann von Kassel, die dem internationalen wissenschaftlichen Beirat des FiBL angehört, sagte: „Viele Studierende an unserer Uni machen ihre Masterarbeiten im Biolandbau in Frick, und Mitarbeitende des FiBL unterrichten bei uns.“ Die Erweiterung der Forschungsinfrastruktur sei deshalb ein Gewinn für beide Seiten.

Forschung von FiBL und ETH Zürich ergänzen sich

Ebenso betonte Achim Walter, Professor für Pflanzenökologie der ETH in Zürich, dass sich das FiBL mit seiner angewandten Forschung und die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) mit ihrer Grundlagenforschung ideal ergänzten. Beide seien hochgradig an der Ökologie und am Umweltschutz interessiert. Hubert Wiggering, Professor für Klimaforschung an der Universität Potsdam, stellte das Deutsche Forschungskonzept für den Ökolandbau vor. „Wir wollen in Deutschland die gleichen Themen beforschen, wie das FiBL es heute schon tut“. Denn der Biolandbau sei stark im Trend.

„Das Gewächshaus ist der erste, aber wichtige Meilenstein“, sagte der Leiter des FiBL, Urs Niggli. Als nächstes kämen die beiden neuen Tierställe für Kühe und Hühner dran und bis 2021 weitere Bauten.

Über das FiBL

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gehört nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen zur Biolandwirtschaft. Zu den Stärken des FiBL gehören demnach unter anderem die interdisziplinäre Forschung, die gemeinsamen Innovationen mit Landwirten und der Lebensmittelbranche sowie ein rascher Wissenstransfer.

An den verschiedenen FiBL-Standorten in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich sowie in Brüssel (FiBL Europe) sind insgesamt 280 Mitarbeiter tätig.