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Schwere Pfingst-Unwetter treffen auch den Gartenbau

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Schwere Gewitter mit Starkregen, teils tennisballgroßen Hagelkörnern und Sturmböen mit bis zu 120 Stundenkilometern wüteten an Pfingsten über Deutschland. Besonders heftig hat es den Großraum München und das Gebiet rund um den Ammersee getroffen – und dort auch einige Gartenbau-Betriebe, die Schäden an Gewächshäusern und Kulturen erlitten.

Unwetterschäden im Gartenbau in Millionenhöhe

Rund 50 Schadenmeldungen sind bei der Gartenbau-Versicherung bis dato eingegangen, nachdem sich am Pfingstmontag starke Unwetter über dem Großraum München und rund um den Ammersee entladen hatten. In Mitleidenschaft gezogen wurden demnach vor allem Gewächshäuser und Freilandkulturen, bei denen es vielfach sogar zu Totalschäden kam. Die Gesamtschadenhöhe wird nach derzeitigem Stand auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Im Gebiet München sind aus dem Gartenbau bislang zahlreiche Schäden im Freiland bei der Versicherung gemeldet worden – unter anderem von Schnittblumen-Produzenten und Baumschulen. Beschädigt wurden bei den schweren Gewittern aber auch die Freiland-Verkaufsflächen diverser Gartencenter, wie die Gartenbau-Versicherung mitteilt.

Bis zu tennisballgroße Hagelkörner durchschlagen Gewächshaus-Scheiben

Rund um den Ammersee gingen vor allem Gewächshaus-Scheiben zu Bruch. So durchschlugen die vereinzelt bis zu tennisballgroßen Hagelkörner dort selbst Einscheiben-Sicherheitsglas, erklärt die Versicherungsgesellschaft. Beim Durchzug des Unwetters, das sich in seinem Verlauf vom Ammersee über den Münchener Westen und Norden in Richtung Freising bewegte, traten außerdem „diverse große Schäden an Blank- und Klarglas-Eindeckungen“ auf, wie es heißt.

Insgesamt erinnere die Situation an das legendäre Hagel-Unwetter im Jahr 1984, „das in München große Zerstörung, regelrechte Trümmerfelder, hinterließ“, wie die Gartenbau-Versicherung schreibt. Auch bei den Gewittern am Pfingstmontag sei es zu Überflutungen und einer Vielzahl von Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen sowie in der Natur gekommen – Flugzeuge mussten umgeleitet und S-Bahnen außer Betrieb genommen werden.

Ausnahmezustand in Berlin aufgrund schwerer Gewitter

Doch nicht nur in Bayern sind große Unwetterschäden zu beklagen. Wie der Münchner Merkur in seiner Online-Ausgabe berichtet, herrsche etwa in Berlin wetterbedingt der Ausnahmezustand. So hätten etwa starke Gewitter und Regen zwischen gestern Abend und heute Morgen für massive Probleme an den Flughäfen der Bundeshauptstadt gesorgt, unter anderem konnten Passagiere an den beiden Airports stundenlang weder ein- noch aussteigen.

Auch im Unesco-Welterbe in Potsdam – zu dem unter anderem die Parkanlagen Sanssouci, Neuer Garten und Babelsberg gehören – sorgten die schweren Gewitter für Schäden. Infolgedessen schloss die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg heute den Neuen Garten, den Pfingstberg und den Park Babelsberg, die Aufräumarbeiten würden den Angaben zufolge länger dauern.