Grüne Branche

Sieben Minuten nach Mitternacht

Verpackt in die Geschichte von Conor, der eine unheilbar krebskranke Mutter hat, geht es in diesem Buch um die Frage, ob man einen geliebten Menschen loslassen darf oder ob man ihn nicht sogar loslassen muss, um selbst nicht verloren zu gehen.

Conor ist hin und her gerissen zwischen der trügerischen Hoffnung, dass seine Mutter wieder gesund wird und dem Wunsch, dass diese lange, quälende Phase des Abschiednehmens für beide bald vorbei sein möge. Wegen dieser widerstreitenden Gefühle hat Conor jede Nacht, um sieben Minuten nach Mitternacht, Albträume. Doch eines Nachts klopft ein wildes, altes und weises Eibenmonster vom Friedhof an Conors Fenster. Bei den folgenden nächtlichen Besuchen und lebhaftem Schlagabtausch begreift Conor allmählich, dass das Monster ihm beistehen und helfen will, die quälenden Fragen zu beantworten.
Das bereits 2011 erschienene Buch wurde ausgezeichnet mit der Carnegie Medal 2012, der Kate Greenaway Medal 2012 und den Kinderbuch-Couch-Star, und ist nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012, Kategorie Kinderbuch und Kategorie Preis der Jugendlichen.

Die vielen, sehr düsteren Zeichnungen in diesem Buch könnten für sensible jugendliche Seelen im emotionalen Ausnahmezustand aber auch etwas zu viel des Guten sein.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“, von Patrick Ness und Siobhan Dowd. Roman, 2011, 215 Seiten, viele sw-Illustrationen, geb. mit SU, Goldmann Verlag, München, 16,99 Euro, Art.-Nr. 2312801. jen