Grüne Branche

Silze gibt Teilbereiche an Florensis ab

Die Jungpflanzen- und Züchtungsunternehmen Florensis und Silze arbeiten bereits seit Jahren intensiv und sehr erfolgreich zusammen. Jetzt hat Silze sich entschieden, die Züchtung, Eliteabteilung, Jungpflanzenproduktion sowie die Mutterpflanzenkultur in Kenia an Florensis abzugeben, um so die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern und das eigene Risiko zu minimieren. 

Gerd (links) und Frank Silze blicken zuversichtlich in die Zukunft. Werkfoto

Mit zur Entscheidung beigetragen, bestimmte Bereiche an Florensis (Weeze) abzugeben, hat, dass es für größere Unternehmen leichter ist, bestimmte Anforderungen, wie beispielsweise die Exportzertifizierung für die USA oder gesetzliche Vorschriften, zu erfüllen. Sicherheit gibt die langjährige Zusammenarbeit mit Florensis, die bereits seit über zwölf Jahren besteht. Die vergangene Saison lässt erwarten, dass die Kooperation ein nachhaltiger Schachzug ist und über lange Jahre halten und das Unternehmen stärken wird.

Das Unternehmen Silze (Weener-Halte) besteht aus drei Firmen, dem Frank Silze Gartenbau (Produktion), dem Gerd Silze Gartenbau (Produktion) und der Silze GmbH & Co. KG (Handel). Produktionsschwerpunkt bilden Jungpflanzen von Pelargonien, Neu Guinea Impatiens und Poinsettien. Mit der Jungpflanzenproduktion verzeichnete das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren das größte Wachstum.

In Weener-Halte wird wie bisher weiter produziert. So hat Silze in diesem Jahr allein bei Pelargonien 15 Millionen Jungpflanzen und Rohware produziert und ist damit der größte Kunde von Florensis. Produziert wird für den Markt in Deutschland, Skandinavien und einen großen Teil des Ostblocks. Die Unternehmensteile arbeiten weiterhin eng zusammen und bewurzeln die Stecklinge, die nun nicht mehr aus der eigenen Produktion, sondern von Florensis kommen.

Einerseits läuft also die Produktion wie gehabt weiter, doch wird das Sortiment durch die Florensis-Produkte breiter. Ausgebaut werden soll zudem die Rohwarenproduktion, da Silze seinen Kunden keine Konkurrenz am Markt machen möchte.

Dass Silze optimistisch in die Zukunft blickt, wird unter anderem daran deutlich, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr nach einem Brand knapp 10.000 Quadratmeter für die Jungpflanzenproduktion neu gebaut hat. Neben der Vergrößerung wurde in die technische Ausstattung für die Jungpflanzenproduktion investiert – in Klimacomputer, Bewässerungstechnik oder auch in die Übergabetechnik von Fernwärme aus Biomasse. Im neuen Gewächshaus sind eine Hebe-Senkheizung, zwei Energieschirme, eine davon zur Verdunkelung, Gießwagen und Assimilationsbelichtung installiert.

Gearbeitet wird mit drei Blockheizkraftwerken, zwei Kohlekesseln und bei Bedarf mit fünf Gaskesseln. Zwei Biogas-Blockheizkraftwerke im Wärmecontracting mit Wärmespeicheranlage sind in Vorbereitung.
Hat sich die derzeitige Produktion eingespielt, könnte das Programm der Produktion ausgeweitet werden. Beispielsweise um Rohware von Produkten wie Begonia ‘Glowing Embers’, die bei der Kultur höhere Anforderungen an den Gärtner stellt.

Bereits vor einiger Zeit haben die Brüder Silze zehn Hektar Land in Autobahnnähe erworben. Hier könnte gebaut werden, falls weitere Flächen notwendig werden. Heute verfügen die Betriebe von Frank und Gerd Silze in Weener über eine Fläche von über fünf Hektar mit 42.000 Quadratmetern Hochglas und einer Pachtfläche von 10.000 Quadratmetern Hochglas.

Einen Namen hat Silze sich mit der Züchtung von Pelargonien gemacht. Beim Sortiment legt Silze Wert auf eine klare Gliederung und teilt seine Toscana-Pelargonien in Extra (X) für extra stark wachsende Sorten, Medium (M) für mittelstark wachsende Sorten und Compact (C) für kompakte Sorten ein. Neben dem Erfolg bei den Toscana-Pelargonien standen bei der Züchtung der Neu-Guineas die Anforderungen ganz weit oben.

Die Züchtung geht auch nach der Übernahme durch Florensis bei beiden Produkten weiter. Für die Züchtung und die Elitepflanzen baut Florensis ein eigenes Gewächshaus in NL-Ambacht. Aus der Züchtungsarbeit gibt es sehr viel Neues in der Pipeline, doch entscheidet jetzt Florensis über deren Einführung. Die Züchtungsziele beider Unternehmen sind identisch, sodass die Züchtungsrichtung erhalten bleibt.

Wie jedes Jahr wird auch in diesem Jahr das Sortenfeld in Weener-Halte aufgepflanzt. Limit sind 440 Schalen. Hier lädt Silze am 31. August 2012 zum Kundentag ein. (wok)