Grüne Branche

Social Media: Fluch oder Segen?

„Man muss Social Media-Angebote nicht mögen, aber man sollte sie als Werbeplattform nutzen, denn sie sind unternehmerisch wichtig.“ Diese Einschätzung gab Unternehmensberater Mike Atig auf der Mitgliederversammlung des Landesverbandes Gartenbau Westfalen-Lippe. 

Unternehmensberater Mike Atig gab Tipps rund um das Thema Social Media. Foto: Gabriele Friedrich

Als Social Media werden alle Medien oder Plattformen verstanden, die die Nutzer über digitale Kanäle in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen unterstützen. Beispiele sind Blogs und Mikroblogs wie Twitter, Content Communities wie YouTube, soziale Netzwerke wie Facebook, Xing, Google+ oder LinkedIn.

Sie wachsen und wuchern sehr schnell, verändern jeden Tag ihre Gestalt. Inzwischen gibt es bei Facebook 24 Millionen Nutzer in Deutschland, über 800 Millionen Nutzer weltweit, deshalb stehe Facebook als Beispiel, die anderen seien genauso wichtig, erläuterte Atig.

Er sieht vor allem die Kopplung mit den Smartphones als zukunftsweisend. Dadurch erhält jeder eine ständige Internet-Verbindung für unterwegs im Taschenformat. Beispielsweise fotografiert ein potenzieller Konsument Blumen, die ihm sehr gut gefallen, in einem fremden Garten. Eine entsprechende App (Anwendung) aus seinem Smartphone sagt ihm, um welche Blume es sich handelt und wo er sie kaufen kann. Sofort wird eine Verbindung zu einem Anbieter oder Online-Shop hergestellt.

Jeder Facebook-Nutzer, also auch der Kunde, ist im Durchschnitt mit 190 Menschen bei Facebook vernetzt und befreundet. Und jeder zweite Nutzer loggt sich täglich dort ein. Eine Nachricht, eine Aktion oder nur Mitteilung verbreitet sich so in Windeseile über den „Gefällt mir“ Knopf. Wenn sich potenzielle Kunden tatsächlich dafür interessieren, beispielsweise für das Blumenfoto aus dem fremden Garten, kaufwillig sind und eine bestimmte Gärtnerei über den Online-Shop gefunden haben, könnten schon morgen 170 Leute mit genau diesem Kaufwunsch vor der Tür stehen, erläuterte Atig.

Social Media erlaube, Foto-Kataloge und kurze Videos einzustellen, auch sie könnten für eine Kaufentscheidung wichtig sein. Eine Verlinkung zu YouTube verhilft zu höheren Klickzahlen. Und das wiederum kann dazu führen, dass ein Betrieb bei der Google-Suche im Internet auf einen höheren Listenplatz rutscht und vom Konsumenten eher gefunden und wahrgenommen wird.

Zu bedenken gab Atig, dass Social Media wie Facebook ein öffentlicher Raum sind, Persönlichkeitsrechte von Mitarbeitern und Kunden sind zu wahren. Praktisch empfahl er, zunächst einen privaten Account anzulegen, dann einen Firmenaccount mit den rechtlichen Bestimmungen, wie ein in zwei Klicks erreichbares Impressum.

Wichtig sei, keine Sackgassen zu erzeugen, Besucher der Seiten müssen reagieren, sich einbringen können und auch zeitnah Antworten bekommen. Agenturen könnten dies übernehmen. Heute gehöre die Homepage zum guten Ton, ähnlich beanspruche Facebook zunehmend seinen Platz im Alltag. (fri)