Grüne Branche

Sommerflor ade: Frische Sortimente für den Herbst

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Der Herbst steht vor der Tür! Und die Frage stellt sich: Mit welchen Produkten lassen sich Kunden neu begeistern? Der Sommerflor auf Balkon und Terrasse verliert an Schwung, die Blütenpracht geht zur Neige. Aber was folgt? Aus Sicht vieler Konsumenten sind die Vorstellungen, einen Szenenwechsel in Kästen und Kübeln vorzunehmen, eher vage. Genau an dieser Stelle beginnt die Inspirationsaufgabe der Grünen Branche.

Schwierig für Fachhandel, sich mit Standard-Sortiment abzugrenzen

Speziell der Fachhandel ist aus Wettbewerbsgründen gefordert, ständig Ausschau zu halten nach neuen Verkaufsideen. Freilich sind die bekannten Standardartikel wie Chrysanthemen, Callunen, Violen und Co. unverzichtbar – sich als Fachhändler damit abzugrenzen, aber schwierig. Folglich bedarf es ein Sortiment, welches aus dem üblichen Rahmen fällt, das Aha-Effekte auslöst und sich nahe am Zeitgeist befindet. Eine Aufgabe, die mit Einzelprodukten aber oft schwer zu stemmen ist. Einfacher geht es, den Kunden am POS mit Themenvorschlägen zum Innehalten zu bewegen – vor allem wenn sie auch noch Emotionen mit ins Spiel bringen. Emotionen, die in erster Linie die Hauptklientel der Kunden ansprechen, nämlich Frauen.

Folglich erscheint es durchaus lohnenswert, an strategischen Plätzen der Verkaufsanlage kreative, farblich harmonische Themeninseln einzurichten, die bestimmte Produkte oder Produktgruppen in ihrem gesamten Umfeld zeigen, betont anwendungsbezogen und vielleicht auch mit Ansätzen von Storytelling, Geschichten zum Thema, zu und hinter den Produkten.

Großteil der Kaufentscheidungen wird erst am POS getroffen

Damit der gewünschte Erfolg auch eintritt, nämlich mehr spontane Zusatzverkäufe generiert werden, braucht das „Kind einen Namen“ – eine griffige, inspirative Überschrift, Headline oder Claim, wie es Marketing-Profis ausdrücken. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass 70 bis 80 Prozent der Kaufentscheidungen erst am POS getroffen werden, gilt es, die vagen Vorstellungen des Konsumenten in bare Münzen umzuwandeln.

Wie sich nun die hier skizzierten Grundprinzipien in der Herbstsaison 2019 umsetzen lassen und welche Sortimentsthemen und -trends erkennbar sind, zeigen die folgenden Beispiele, gegliedert in neun konkrete Kategorien.

Neun Beispiele, die frischen Wind ins Herbstsortiment bringen

  • Kategorie 1 – Heide sucht Partner: Immer nur Callunen einzeln in Töpfen zu präsentieren, selbst wenn es sich um Twins oder Trios handelt, wirkt auf Dauer ziemlich eintönig. Was mit den CaMüs und MüCas (Kombis von Calocephalus und Muehlenbeckia) gut gelungen ist, versucht man nun auch verstärkt mit Calluna und Muehlenbeckia so unter den naheliegenden Bezeichnungen CallMü oder MüCall.
  • Kategorie 2 – Darauf fliegen wir: Wohl auf keinem anderen aktuellen Themenfeld gibt es in der Bevölkerung einen breiteren Konsens als bei der Erhaltung der Artenvielfalt und dem Insektenschutz. Allen voran steht die Biene, an der sich die gesamte Thematik am besten verankern lässt. Somit sind Pflanzen, die als Bienenweiden selbst auf kleinen Arealen – etwa im Hausgarten, auf Balkon und Terrasse – dienen, absolut en vogue. Ein Merkmal, das sich für jene Herbstblüher als Zusatznutzen ins Spiel bringen lässt, die als Nektarspender infrage kommen.
  • Kategorie 3 – Farbenspiele im Indian-Summer-Look: Sommer ade – jetzt heißt es, den Kunden auf einen Szenenwechsel einzustellen, der zur dritten Jahreszeit passt. Was liegt also näher, als das faszinierende Farbenspiel des Indian Summers in der Sortimentsgestaltung und Themenszenerie mit aufzugreifen? Nicht nur das Pflanzensortiment dazu ist ergiebig, sondern auch viele Zubehörartikel und Accessoires sind bestens geeignet, das Thema Indian Summer zu inszenieren.
  • Kategorie 4 – Silberlaubige mit starkem Auftritt: Zur Normalität gehört, dass Pflanzen grüne Blätter haben. Normalität jedoch ist heute nicht immer gefragt – es darf schon etwas extravagant, skurril und sonderbar ausfallen. An dieser Stelle kommen silberlaubige Pflanzen aufs Tapet. Wo immer sie, etwa in Kombinationen mit Herbst- und Heideblühern, in Erscheinung treten, ziehen sie die Blicke auf sich.
  • Kategorie 5 – ein Farbwunder namens Indiaka: Bereits der Name klingt exotisch, fremdartig, irgendwie geheimnisvoll. In der Tat handelt es sich hierbei im weitesten Sinne um eine Art Federballspiel, mit dem schon vor hunderten von Jahren Indianer in Südamerika ihren Spaß hatten. Der Name stand nun Pate für die neue, außerordentlich elanvolle Outdoor-Cyclamen-Serie von Morel Diffusion, die frischen Wind ins Sortiment bringt, voller Elan und Esprit.
  • Kategorie 6 – Ziergräser, ästhetische Filigran-Künstler: Schon seit Jahren liegen Ziergräser voll im Trend. Ihr Verwendungsspektrum reicht von der kompakten Füllpflanze über mittelhohe Strukturgeber bis hin zu den dekorativen, hohen Gräsern mit Solitärcharakter. Hauptabsatzzeit ist der Herbst. Etliche sind jedoch frostempfindlich beziehungsweise nur bedingt winterhart, was im Verkauf entsprechend zu deklarieren ist.
  • Kategorie 7 – Es geht weiter voran im Kombi-Fieber: Gemeinsam mit ihren Produzenten entwickeln die Kreativabteilungen in den Jungpflanzen-Betrieben immer wieder Convenience-Produkte, die dem Kunden gleich einen blühenden Herbst to go bieten – einfach zum Mitnehmen, zu Hause auf Balkon oder Terrasse stellen, fertig. Schnelle und trotzdem gute Lösungen haben Konjunktur. Die optisch ansprechende Fertigware lässt sich als Mitnahmeartikel auf der Verkaufsfläche sehr gut in Szene setzen, auch unterstützt durch POS-Material der Jungpflanzen-Unternehmen.
  • Kategorie 8 – gefärbt, geglittert, gewachst: Das Färben von Pflanzen – respektive ihren Blüten – gehört heute bei vielen Arten zum Standard. Es hilft als Instrument der Produktdiversifikation, Kundenpräferenzen und Verwendung breiter zu streuen, mitunter auch Absatzzeiten zu verlängern. Unter Vermarktungs- und preispolitischen Aspekten ist der Trick mit der Farbe oft eine probate Verkaufsidee, die der Konsument goutiert. Gefärbte Callunen gehören schon seit Jahrzehnten zum Alltag. Blau eingefärbte Phalaenopsis-, Anthurien- und neuerdings auch Cyclamen-Blüten ziehen auf etlichen Verkaufstischen die Blicke – oft gepaart mit einer gewissen Verwunderung – auf sich.
  • Kategorie 9 – stimmungsvolle Vorfreude, edel und charmant: Bereits zum meteorologischem Herbstende kommt ein mittlerweile zum Megaseller avancierter Blütenstar ins Marktgeschehen, der bei vielen Zeitgenossen stimmungsvolle Vorfreude auf die Advents- und Weihnachtszeit weckt. Gemeint sind Christrosen, die sich 2018 dank einer temperaturbedingt langen Wachstumsphase in einer hervorragenden Qualität mit hohem Blütenbesatz präsentierten. Neben der Masse an Helleborus niger tauchte 2017 eine neue Sortenserie mit der Bezeichnung „HGC Ice N‘ Roses“ im Handel auf, die das Spektrum in Richtung Winter-/Vorfrühlingsblüte erweitert.

Mehr zu den frischen Sortimenten für den Herbst lesen Sie in der TASPO 32/2019, die in unserem Online-Shop erhältlich ist.