Sommerumfrage: Rosa im Trend – doch nicht alles rosig

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Der Absatz von Schnittblumen, wie hier auf dem Blumengroßmarkt Hamburg, leidet unter der Beschränkung von Veranstaltungen wie Hochzeiten und Trauerfällen, was vor allem Floristen deutlich spüren. Foto: Cordula Kropke/Blumengroßmarkt Hamburg

Auf den Blumengroßmärkten haben sich die Geschäftsverläufe nach der intensiven Beet- und Balkonsaison mit Beginn der Sommermonate weitgehend normalisiert. Die Einschätzungen zum Sommergeschäft bleiben aber weitestehend positiv.

Preise geraten selbst mit Ferienbeginn nicht unter Druck

„Überraschend gut“ (Köln), „ungebrochen positiv“ (Stuttgart), „läuft bestens“ (Karlsruhe), „kein Sommerloch“ (Düsseldorf) – so lauten einige der Aussagen. Im Gegensatz zu den Vorjahren „gerieten die Preise mit dem Ferienbeginn nicht unter Druck“, sagt Klaus Bengtsson vom Blumengroßmarkt Hamburg. Im Gegenteil: Der Düsseldorfer Geschäftsführer Jörg Breitenfeld spricht von „anziehenden Preisen“, bei Topfpflanzen „bis zu zehn Prozent.“

Deutlich wird diese Entwicklung auch bei Schnittrosen. Die Faustregel, ein Zentimeter Länge = ein Cent, gilt auf vielen Blumengroßmärkten in diesem Sommer nicht mehr, „der nun gehandelte zweite Schnitt kostet durchschnittlich 1,5 Cent pro Zentimeter“, erläutert Gert Hieber vom Blumengroßmarkt Stuttgart. Auch in Düsseldorf kosteten „rote Rosen in 60 Zentimeter Länge durchschnittlich ein Euro“. Der Blumeneinzelhandel könnte die gestiegenen Preise „aber weitergeben“, meint Jörg Breitenfeld, Klaus Bengtsson bestätigt das.

„Mehr Geld für Haus und Garten“ kommentieren die Sonntagszeitungen in Meinungsumfragen, nach denen 66 Prozent der Verbraucher keinen Sommerurlaub geplant haben. Etwa 50 Prozent der Deutschen befürchten auch keine Einkommenseinbußen. Vorsichtig kommentiert Michael Schoser, Geschäftsführer des Blumen- und Zierpflanzengroßmarkts in Frankfurt/Main, den Blick auf den Herbst: „Keiner weiß, wo die Reise hingeht, Arbeitslosigkeit und Pleiten werden sich erst im Herbst auswirken.“

Fehlende Veranstaltungen machen sich beim Schnittblumen-Absatz bemerkbar

Schon jetzt bemerkt man auf den Blumengroßmärkten, dass Rosa zwar „weiterhin eine Trendfarbe“ (Felix Glück, Karlsruhe), aber doch nicht alles rosig ist. „Speziell die Floristen leiden unter den fehlenden Veranstaltungen, das macht sich beim Schnittblumen-Absatz bemerkbar“, sagt Hans-Georg Biller vom Blumengroßmarkt Mannheim. „Die Bedarfsartikelhändler sprechen von einer katastrophalen Situation bei Dekorationsartikeln“, fügt er an.

Deutlich positiv eingestellt sind die Verantwortlichen auf den Blumengroßmärkten, weil die zum Höhepunkt der Corona-Krise einsetzenden Neukundenanfragen sich auch im jetzigen Sommergeschäft fortsetzen. „Selbst bei GaLaBau-Unternehmen“, erklärt Michael Schoser. Und Hans-Georg Biller berichtet von „Kundenanfragen aus Freiburg, das sind bis Mannheim immerhin rund 200 Kilometer.“ Klaus Bengtsson glaubt, dass „viele in der Krise bemerkt haben, wie wichtig eine gewisse Unabhängigkeit vom Import ist und wie entscheidend die Blumengroßmärkte mit Blick auf die Versorgungssicherheit sind.“

Coronavirus auf den Blumengroßmärkten bisher kein Problem

Zufrieden ist man über „den kontinuierlich guten Verkauf von Container-Ware“ (Gert Hieber), „Stauden laufen wirklich gut, insbesondere blühende“, meint ebenfalls Herbert Kettermann, Geschäftsführer des Blumengroßmarkts in Dortmund. „Einige Anbieter waren bei bestimmten Großstauden schon Anfang Juli ausverkauft“, hat Felix Glück in Karlsruhe beobachtet. Unsicher ist man sich, etwa auf den Blumengroßmärkten in Köln und Mannheim, ob die für Anfang November geplanten Adventsveranstaltungen stattfinden können. Raimund Korbmacher verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass bisher „das Coronavirus auf den Blumengroßmärkten kein Problem war, unsere Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen haben gefruchtet.“

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