Grüne Branche

Sorgen bereitet nicht nur die Preis-Kosten-Schere

Mitgliederversammlung in Weser-Ems
Der Saisonverlauf und die Nachfrageentwicklung bei Gehölzen lassen derzeit so manche Frage offen. Das zeigte auch die Mitgliederversammlung des BdB-LandesverbandesWeser-Ems Anfang Dezember 2014. Ein ganz anderesThemasorgt beiden niedersächsischen Baumschulen aktuell für großen Ärger: das Landesraumordnungsprogramm (LROP).

Diese beiden großen Themen standen im Mittelpunkt des Berichts von Renke zur Mühlen, Vorsitzer des Landesverbandes Weser-Ems, der mit einem nachdenklichen Rückblick auf den Saisonverlauf 2014 begann:
Nach einem sehr frühen und guten Versandbeginn im März ging der Versand schon Anfang Mai stark zurück. „Enttäuschung machte sich breit. Bis zum Ende der Frühjahrssaison konnten im Durchschnitt aufgrund der Anfangsoffensive dennoch befriedigende Umsätze erreicht werden“, resümierte zur Mühlen. In der Bilanz fehlte es aber an Zufriedenheit, da die Verkaufsbestände aufgrund des schlechten Vorjahres zum Teil größer als gewohnt waren. Nicht jede Pflanzenpartie habe einen einen Käufer gefunden.

„Was ist eigentlich aus dem 'Cocooning' geworden, das uns in den Jahren 2009, ’10, ’11 so gute Umsätze gebracht hat?“ fragte sich zurMühlen, und: Die Konjunktur in Deutschland laufe auf Hochtouren. „Kapselt sich der Verbraucher nicht mehr zu Hause ein, gibt er jetzt mehr Geld für Reisen und anderes aus?“
Das Wetter immerhin hatte diesmal mitgespielt. Wenn auchder Witterungsverlauf in Deutschland sehr unterschiedlich ausfiel, so war 2014 insgesamt ein überdurchschnittlich warmes Jahr, hielt zur Mühlen rückblickend fest.

Sommerverkauf träge
Wetterkapriolen allein könnten auch nicht für den insgesamt eher schleppenden Pflanzenverkauf im Sommer 2014 verantwortlich gewesen sein. Zumindest ab Mitte Juli und im August zog der Handel mit Baumschulpflanzen an, viele Artikel wurden gut nachgefragt. „Im Bereich typischer Herbstartikel wie Calluna, Gaultheria und Co. war der Markt außerordentlich gut“, sagte zur Mühlen, „sicherlich auch bedingt durch Produktionsausfälle in einigen Anbaugebieten.“ Was an guter Qualität auf dem Markt war, sei restlos abgesetzt worden.

Baumschulen, die den GaLaBau beliefern, hätten von mittleren bis guten Umsätzen mit Gehölzen berichtet, bei allerdings nicht zufriedenstellendem Preisniveau. Zum Zeitpunkt der Tagung Anfang Dezember lief der Versand noch, bei offenem Boden und relativ mildem Wetter, so dass zur Mühlen hier noch mit einiger Bewegung im Laufe desWinters rechnete.

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Schwieriges Thema LROP
Die niedersächsische Landesregierung hat, wie zur Mühlen erklärte, am 24. Juni 2014 per Kabinettsbeschluss grünes Licht für das Beteiligungsverfahren am Landes-Raumordnungsprogramm (LROP) gegeben. Der Entwurf einer Änderung und Ergänzung des LROP nahm auf der Versammlung in Bad Zwischenahn großen Raum ein. Dieser Entwurf sieht vor, sämtliche „Vorranggebiete Rohstoffgewinnung“ für die Rohstoffart Torf zu streichen und „Vorranggebiete Torferhaltung und Moorschutz“ festzulegen. Insgesamt soll eine Fläche von 100.000 Hektar Hochmoor in das Programm aufgenommen werden.

Welche Folgen das für die Betriebe haben könnte, die in den ausgewiesenen Flächen liegen, war zunächst schwer absehbar. Die Bedenken mehren sich, dass erhebliche Nachteile für die Betriebe entstehen könnten. Speziell zu diesem Aspekt hatte der Landesverband einen Fachanwalt für Agrarrecht zu einem Vortrag auf die Tagung eingeladen (siehe Beitrag Deutsche Baumschule 01/2014, S. 12/13).
Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte im Herbst 2014 den Vorwurf, es plane mit den Änderungen des LROP eine Enteignung oder zwangsweise Wiedervernässung landwirtschaftlicher Flächen, als „falsch“ zurückgewiesen (siehe auch TASPO 48/2014). bim

Lesen Sie den vollständigen Artilel mit vielen weiteren Informationen in Ausgabe 01/2015 Deutsche Baumschule.