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Spätfrost stellt Obstproduzenten vor Herausforderungen

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Die Auswirkungen des Klimawandels machen vielen Obstproduzenten zu schaffen. Da sich die Obstblüte nachweislich nach vorn verschiebt, werden die Fruchtansätze durch zeitlich gleichbleibende Spätfröste enorm in Mitleidenschaft gezogen. Der ZVG forderte vor diesem Hintergrund eine bundesweite Förderung von Mehrgefahrenversicherungen.

Spätfröste stellen die Obstproduzenten zukünftig vor große Herausforderungen, der ZVG fordert daher eine Förderung von Mehrgefahrenversicherungen. Foto: Jerzy Górecki/ Pixabay

Spätfröste machen Obstproduzenten zu schaffen

Durch die Klimaveränderungen haben die Fruchtansätze von Obstgehölzen nicht selten zu leiden. Es gilt als nachgewiesen, dass sich die Obstblüte nach vorne verschiebt, wohingegen Spätfröste nach wie vor zeitlich gleich bleiben. Daher werden die Fruchtansätze stärker von kalten Nächten betroffen. In den vergangenen Tagen sorgten drei aufeinanderfolgende Frostnächte vor allem an Apfelanlagen und anderen Obstkulturen in den östlichen Bundesländern für erhebliche Frostschäden. Um die Osterfeiertage kam es zudem zu Schädigungen von Steinobstanlagen im Südwesten Deutschlands (TASPO Online berichtete). „Der Frost lässt sich nicht durch Ländergrenzen aufhalten“, betont Jens Stechmann, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau und des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG) im Zentralverband Gartenbau (ZVG).

Baden-Württemberg fördert Mehrgefahrenversicherung

Die angeführten Beispiele beziehen sich zwar nur auf bestimmte Regionen, doch mit den Klimaveränderungen steigt das Spätfrostrisiko auch in allen deutschen Obstanbaugebieten. Ein 2019 eingeführtes Pilotprojekt des Landes Baden-Württemberg werde die eigenbetriebliche Risikovorsorge von Obst- und Weinbauern zur Deckung der witterungsbedingten Risiken Starkfrost, Sturm und Starkregen gefördert. Das Projekt habe gezeigt, wie den Betrieben erfolgreich „Hilfe zur Selbsthilfe“ gegeben werden könne. An dieser Stelle setzt nun der ZVG an und fordert eine dringende Einführung eines deutschlandweiten Ansatzes.

Österreichisches Modell beispielhaft

Doch nicht allein das Beispiel Baden-Württemberg geht vorbildhaft voran, Stechmann verweist auch auf die Förderung von Versicherungslösungen in anderen EU-Mitgliedstaaten. Hier gebe es bereits seit Jahren konkrete finanzielle Unterstützungsmaßnahmen, die bis zu 75 Prozent der Prämie für Hagel- oder bei Mehrgefahrenversicherungen fördern. Eine mögliche Lösung sieht Stechmann dabei im österreichischen Modell. Im Alpenstaat werde die Prämie sowohl von Staat und Betrieb getragen, wobei die Betriebe jeweils 45 Prozent der Prämie selbst leisten.

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