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Spanien: Zierpflanzen-Export mit sehr hohem Wachstumspotenzial

Die Zierpflanzenproduktion in Spanien gilt laut einer aktuellen Erhebung des spanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt, des Dachverbandes der Produzenten und Exporteure von Obst, Gemüse, Blumen und Pflanzen (FEPEX) sowie der regionalen spanischen Produzentenverbände als eine der umweltfreundlichsten in ganz Europa. Darüber hinaus wird dem spanischen Export von Zierpflanzen das europaweit größte Wachstumspotenzial prognostiziert. 

In Spanien wird der natürliche Zierpflanzen-Anbau laut Information nicht durch geheizte Gewächshäuser forciert. Bei einem sehr hohen Prozentsatz der Exporteure wurden darüber hinaus zertifizierte Qualitätssysteme eingeführt, wie die eigene Produktionsnorm „Plant Production Quality System“ (PPQS), die an die Klima- und Produktionsbedingungen des Landes angepasst ist.

Darin werden laut Information sehr strenge und von den Märkten geforderte, in internationalen Qualitätssystemen enthaltene Vorgaben in Bezug auf die Qualität, Rückverfolgbarkeit, den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Arbeitnehmer, den Umweltschutz und eine sowohl soziale als auch ökologische Nachhaltigkeit berücksichtigt.

In den vergangenen zehn Jahren konnte Spanien der Erhebung zufolge den Export von Zierpflanzen mit einem Wachstum von 80 Prozent steigern. 2012 habe Spanien zudem seinen Export im europäischen Vergleich am meisten steigern können. Darüber hinaus gelte Spanien heute in Europa als das Land mit dem größten Wachstumspotenzial beim Export von Zierpflanzen.

Zierpflanzen machen der Erhebung zufolge 4,3 Prozent der spanischen Pflanzenproduktion aus. Die Anbaufläche beträgt rund 5.540 Hektar (davon 1.500 Hektar in Gewächshäusern) mit einem nationalen Produktionswert zu Erzeugerpreisen von mehr als 900 Millionen Euro. Die Hauptanbaugebiete sind die Autonome Gemeinschaft Valencia, Katalonien, Andalusien, Galicien, die Kanaren, Aragonien und Murcia. Die soziale Rentabilität der Produktion der Zierpflanzenzucht sei durch die große Zahl der Beschäftigten mit etwa 45.000 Arbeitsstellen sehr hoch.

Die spanischen Blumen- und Pflanzenexporte stiegen den Angaben zufolge mit einem Gesamtwert von 251 Millionen Euro im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent an. Der Export von Pflanzen belief sich 2012 auf 223 Millionen Euro, 19 Prozent mehr als 2011. Davon entfielen 88 Millionen Euro auf Freilandpflanzen, 36 Millionen Euro auf Zimmerpflanzen sowie 24 Millionen Euro auf Bäume und Sträucher.

Was die Autonomen Gemeinschaften betrifft, sind die Comunidad Valenciana, Katalonien und Andalusien die spanischen Hauptexportgebiete. Der Export von Pflanzen aus Valencia belief sich 2012 auf insgesamt 76,6 Millionen, aus Katalonien auf 38,9 Millionen und aus Andalusien auf 35,3 Millionen Euro.

Die wichtigsten Bestimmungsländer des spanischen Pflanzenexportes sind Frankreich, die Niederlande, Italien und Deutschland. 2012 erreichten die Exportwerte nach Frankreich rund 68,8 Millionen Euro, nach Italien rund 36,7 Millionen Euro, in die Niederlande rund 20,5 Millionen Euro und nach Deutschland rund 19,2 Millionen Euro.

Die wichtigsten Produktionsgebiete sind laut Erhebung in hohem Maße wettbewerbsfähig und genießen im Vergleich zu anderen Produktionsflächen der Gemeinschaft Wettbewerbsvorteile durch die günstigen klimatischen Bedingungen, das sehr gute Preis-Leistungsverhältnis, die Produktvielfalt und den zeitlich großzügigen Anbaukalender.

Andalusien: In Andalusien gibt es zahlreiche Schnittblumenanlagen an der Nordwestküste von Cádiz und einen Teil der Provinz Sevilla. Was die Zierpflanzen betrifft, konzentriert sich die andalusische Gesamtproduktion im Wesentlichen auf die Küstengebiete mit eher tropischem Klima wie Malaga sowie die Küsten von Granada und Almeria. Ebenso werden in beträchtlichem Umfang früchtetragende Bäume produziert, in der Hauptsache Olivenbäume (besonders in spezialisierten Baumschulen in Jaén, Córdoba und Sevilla) sowie Zitrus- und Steinobstbäume. Andalusien ist den Angaben zufolge der größte spanische Produzent von Forst- und Aufforstungspflanzen. Die andalusischen Baumschulen seien hervorragend strukturiert und bilden etwa 70 bis 80 Prozent der spanischen Produktion dieses Pflanzentypes.

Aragonien: Obstbäume sind die typischen Produkte des Gartenbausektors von Aragonien. Dies gelte sowohl für Formate für Obstzüchter als auch für Gärten geeignete Größen. Die wichtigsten Produktionszentren für Obstbäume befinden sich in den Gebieten von Calatayud, La Almunia und Caspe. Die aragonesischen Produzenten sind den Angaben zufolge mit denen der benachbarten Provinzen La Rioja (wo im Wesentlichen Wein angebaut wird) sowie Navarra und Soria (die sich mehr auf Forstpflanzen spezialisiert haben) Geschäftspartnerschaften eingegangen.

Autonome Gemeinschaft Valencia: Die wichtigsten Anbaugebiete liegen um die Städte Castellón und Valencia herum sowie im äußersten Süden der Provinz Alicante. Der Erhebung zufolge besteht eine hohe Spezialisierung auf den Qualitätsanbau bestimmter Pflanzengruppen (beispielsweise Sträucher und Büsche, mit dem Oleander als „Starprodukt“ sowie Palmen und aromatische Pflanzen), weshalb die Autonome Gemeinschaft Valencia über Großproduktionen verfüge, mit deren Kapazität der Nachfrage aus dem Ausland begegnet werden könne. Darüber hinaus werden unter anderem Beetpflanzen, Zimmerpflanzen, Kakteen und Sukkulenten sowie Bäume in beträchtlicher Menge produziert.

Galicien: Die Produktion ist um drei Zentren angeordnet: Zwischen A Coruña, Betanzos und Ferrol (mit vorrangiger Sträucherproduktion), um Santiago de Compostela und den Ulla-Fluss (mit Schwerpunkt auf Bäumen) und im Süden der Provinz Pontevedra zwischen Tui, Tomiño und La Guardia (mit hoher Baumschuldichte).

Kanarische Inseln: Die wichtigste Anbauinsel ist Teneriffa. Dort konzentrieren sich den Angaben zufolge rund 60 Prozent der Gesamtproduktion der Region. Im Norden der Insel werden Schnittblumen (Strelitzien und Protea) und Zimmerpflanzen (Areka-, Kentia- und Bergpalmen) angebaut, während im Süden die Zucht von Freilandpflanzen (Kakteen) vorherrscht. Bei den Schnittblumen liegt der Schwerpunkt in der Region auf Strelitzien und Protea, die überwiegend in mittleren Höhenlagen, hauptsächlich auf La Palma und Teneriffa sowie in geringerem Umfang auf Gran Canaria angebaut werden. Bei den Zierpflanzen stehen die Zimmerpflanzen (Palmaceae), Cycadaceae und Kakteen im Mittelpunkt sowie in den letzten Jahren neue kältefeste Palmenarten, die speziell für den nordeuropäischen Markt geeignet sind.

Katalonien: Auf knapp 2.000 Hektar Produktionsfläche wird den Angaben zufolge in den fast 300 Baumschulen der verschiedenen Gebiete praktisch die ganze Pflanzenpalette angebaut. Besonders repräsentativ für Lleida seien Obstbäume, für Girona und Tarragona holzige Zierpflanzen (Bäume, Sträucher und Koniferen sowie Palmen und Weihnachtsbäume), während sich in Barcelona der Großteil der Produktion auf saisonale Blütenpflanzen sowie aromatische und immergrüne Pflanzen konzentriert. Die Produktpalette reicht von jungen Pflanzen bis hin zu ausgewachsenen und einsatzbereiten Pflanzen.

Messe Iberflora: Die Iberflora, Internationale Messe für Pflanzen und Blumen, Technologie und Gartenausstattung, ist laut Information die größte Handelsmesse für den Ziergartenbau in Spanien. Sie findet in diesem Jahr zum 42. Mal statt, vom 2. bis 4. Oktober in Valencia.
Im Hinblick auf eine internationale Promotion der einzelnen Produktionsgebiete in Spanien wird im Rahmen der Iberflora 2013 eine Trade Show ausländischer professioneller Einkäufer veranstaltet. Sie wird vom Spanischen Dachverband der Produzenten und Exporteure von Obst, Gemüse, Blumen und Pflanzen (FEPEX) und der Iberflora mit Kofinanzierung durch das Außenhandelsinstitut organisiert. Im Rahmen dieses Programmes für internationale Einkäufer ist die Teilnahme von über 90 Einkäufern vorgesehen, die die größten Vertriebsketten, Gartencenter und Importeure aus Ländern der Europäischen Union, der Schweiz, Russland und Nordafrika vertreten. (ts)