Grüne Branche

Spargel- & Erdbeeranbau: Folieneinsatz unverzichtbar!?

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Der Spargel- und Erdbeeranbau gerät aufgrund seines Folieneinsatzes beim Verbraucher immer wieder in die Kritik. Auf der anderen Seite möchte – oft vielleicht sogar derselbe – Verbraucher seinen Spargel und seine Erdbeeren aber möglichst früh im Jahr, über lange Zeit und so günstig wie möglich kaufen. Wie der Anbau mit diesem Dilemma umgeht.

Der Verzicht auf Folien im Anbau von Spargel und Erdbeeren wäre unter Produktions- und Umweltaspekten ein Rückschritt, sagen die Anbauer. Foto: VSSE

Zurückfahren des Folieneinsatzes nur für wenige Flächen eine Option

Ein Zurückfahren des Folieneinsatzes scheint auf jeden Fall nur für wenige Flächen eine Option zu sein – und wenn, dann nur aus ökonomischen Gründen, sagt Simon Schumacher, Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE).

Auf die steigende Kritik der Verbraucher am Folieneinsatz reagiert der VSSE, indem er den direkten Weg geht und die global-ökologischen Vorteile des regionalen Spargel- und Erdbeeranbaus in Deutschland in Abgrenzung zu klimaschädlichen Importen betont. Hierzu erhalten die Anbauer Flyer, Plakate und Argumentationshilfen, um ihre Kunden darüber umfassend informieren zu können.

Wichtig ist es auch, so Schumacher, bei jeder Gelegenheit in Interviews mit der Presse die Vorzüge des Folieneinsatzes einfließen zu lassen. Aktiv werden außerdem jedes Jahr im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände Pressemeldungen für Verbrauchermedien mit dem Inhalt „Pro Folie“ erstellt und gestreut. „Mit den gesetzlichen Vorgaben gehen wir konform, da es ein Gutachten gibt, das klar regelt, wann Folie Abfall ist“, ergänzt Schumacher.

Folieneinsatz wichtigster Faktor für Verfrühung im Spargelanbau

Manche Betriebe arbeiten mit Naturschutzmaßnahmen, die laut Schumacher von den Kunden der drei Anbaubetriebe, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, durchweg positiv wahrgenommen wurden. Insektensterben ist ein Thema, das viele interessiert, und Maßnahmen, die Lebensraum für Insekten schaffen, werden positiv bewertet. „Uns ist wichtig aufzuzeigen, dass eine intensive Lebensmittelproduktion und eine naturschonende sowie ausgleichende Arbeitsweise zugleich möglich ist“, meint Schumacher.

Und wo wird es in den nächsten Jahren mit dem Folieneinsatz im Erdbeer- und Spargelanbau hingehen? Wichtigster Faktor für die Verfrühung im Spargelanbau ist nach wie vor der Folieneinsatz, sagt der Geschäftsführer des VSSE. „Ohne Beheizung können Folien vier bis fünf Wochen an Verfrühung bringen. Die Wahl von frühen Spargelsorten sorgt für zwei bis drei Tage Gewinn.“ Zusätzlich könne eine flache Pflanzung bis zu einer Woche früher Menge bringen. Manche Anbauer sind hier mittlerweile bei zehn Zentimetern Pflanztiefe. „Dennoch – all diese Maßnahmen funktionieren nur in Verbindung mit Folien“, ergänzt Schumacher.

Weniger Bodenerosion und Pflanzenschutzmitteleinträge durch Folie

Folien hätten neben der Verfrühung viele weitere positive Wirkungen, wie Erntemengen-Steuerung, Qualitätsverbesserung, Reduktion von Pflanzenschutzmaßnahmen, Ertragssteigerung, Erntekostenreduktion, bessere Ergonomie beim Spargel, da der Boden locker bleibt, Schonung des Grundwassers, weniger Auswaschungen, Reduktion von Winderosion oder Reduktion von Pflanzenschutzmitteleinträgen in Boden und Natur.

Dieser Beitrag ist Teil des TASPO dossier III/2019 „Plastikmüll im Gartenbau – (un)vermeidbar?“, das im TASPO Online-Shop abrufbar ist.