Grüne Branche

Spargel: gute Chancen für Direktvermarktung

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Nicht jeder bundesdeutsche Spargelbetrieb wird seine Zukunft ausschließlich darin finden können, gelisteter Lieferant des Lebensmitteleinzelhandels zu sein. Um dem Druck, der hier herrscht, zu entgehen, wird sich für manchen Betrieb die Direktvermarktung als Königsweg erweisen.

Spargel erzielt in der Direktvermarktung noch die Wertschätzung, die er im Lebensmitteleinzelhandel oft nur auf dem Papier erfährt. Foto: Pixabay

Wertschätzung für das Produkt Spargel

Ständige Sicherung der Listung, definierte Qualitätsstandards, Abhängigkeiten, asymmetrische Machtverhältnisse und eine „gnadenlose Logistik“ – so umreißt Dr. Horst zum Eschenhoff, Leiter des Fachbereichs Beratung im Gartenbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Hannover), die Situation für gelistete LEH-Lieferanten.

Dagegen erziele Spargel in der Direktvermarktung noch die Wertschätzung, die er im Lebensmitteleinzelhandel oft nur auf dem Papier erfährt, so der Berater. Wer als Betrieb Vertrauenspartner von Privatkunden sein und bleiben will, muss aber viel leisten, wie zum Eschenhoff an Beispielen verdeutlicht./p>

Betriebe als Vertrauenspartner der Privatkunden

Zwar reichen hier kleinere bis mittlere Anbauflächen aus – aber gefragt sind eine aufwendige Produktion und Vermarktung sowie eine hochpreisige und außergewöhnliche Produktpalette. Chancen bieten Hofläden, Verkaufsstände und – oft regionale – Kooperationen mit dem hochwertigen, inhabergeführten Lebensmitteleinzelhandel.

Wer es richtig macht, der schafft es, zum Vertrauenspartner seiner Privatkunden zu werden – als vertrauenswürdiger Familienbetrieb mit sympathischen, hilfsbereiten und freundlichen Menschen, besonderen Produkten in bester Qualität und mit einem „super“ Geschmack.

Ware im Direktverkauf muss sich unterscheiden

„Kunden freuen sich über Kontakt, Erlebnisse, Informationen, ein Zugehörigkeitsgefühl“, setzt zum Eschenhoff die Messlatte sehr hoch. „Ihre Ware im Direktverkauf muss sich unbedingt unterscheiden“, so der Berater – immer nur die Sorte ‘Santa’ anzubauen, reiche hier nicht. „Denn die gibt‘s ja im Supermarkt“, fügt er hinzu.

Dabei biete das Sortiment viele Pfunde, mit denen man wuchern könne: violetter Spargel zum Beispiel, geschält, schick anzusehen – ein edles Produkt. Wer mit dem exklusiveren Lebensmitteleinzelhandel kooperiere, gehe damit bewusst dahin, wo viele Menschen Lebensmittel einkaufen und diene dem Lebensmitteleinzelhandel als regionales Aushängeschild.

Beim Kunden mit spannenden Ideen punkten

Er müsse sich stetig um einen guten, persönlichen Kontakt zur Marktleitung bemühen – und mit für den Kunden spannenden Ideen punkten. Die reichen vom begehbaren Verkaufsstand bis zum Angebot von Erlebnisfahrten plus Verkostung auf den Höfen.

Über Direktvermarktung als Chance für Spargelbetriebe sprach Dr. Horst zum Eschenhoff auf dem 13. Profi-Tag Spargel in Ahlem. Mehr dazu lesen Sie in der TASPO 46/2018, die am 16. November erschienen ist.