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Spargel: Norden zieht gemischte Saison-Bilanz

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Durchwachsen fällt die Bilanz zur diesjährigen Spargel-Saison im Norden Deutschlands aus. Während die Betriebe in Niedersachsen zum Teil mit mehr Angebot als Nachfrage zu kämpfen hatten, beklagen Schleswig-Holsteins Spargelproduzenten Erlösausfälle durch den späten Saisonstart.

Zum Teil war in Niedersachsen und Schleswig-Holstein in diesem Jahr mehr Spargel am Markt, als von den Verbrauchern nachgefragt wurde. Foto: Pixabay

Spargelabsatz geht durch sommerliches Wetter zurück

Die Gesamtnote für die Spargel-Saison 2018 lautet im nördlichsten Bundesland der Republik daher nur „befriedigend“. Zwar brachte die warme Witterung im Mai hohe Erträge in Schleswig-Holstein, wie die zuständige Landwirtschaftskammer meldet. Die durch den verspäteten Saisonstart Mitte bis Ende April bedingten Erlösausfälle konnten die aber auch nicht ausreichend wettmachen.

Immerhin: Durch die vielen Feiertage im Mai stieg der Absatz des edlen Stangengemüses und die rund 50 Spargelproduzenten in Schleswig-Holstein konnten sich über gute Umsätze und stabile Preise bis Pfingsten in der Direktvermarktung freuen. Danach ging der Absatz aufgrund des sommerlichen Wetters allerdings zurück, weshalb viele Spargelbauern – auch aufgrund der Trockenheit – Anbauflächen vorzeitig aus der Produktion nahmen.

Ertragsniveau in Schleswig-Holstein knapp durchschnittlich

Die Preise für das Stangengemüse blieben durch das deshalb knappere Angebot weiter stabil, wenn auch insgesamt leicht unter dem Niveau des Vorjahrs. Um fünf Prozent leicht gestiegen ist dagegen die Spargelanbaufläche in Schleswig-Holstein, die laut Landwirtschaftskammer bei etwa 500 Hektar liegt. Mit einer Gesamterntemenge von geschätzten 2.000 Tonnen erreicht das Ertragsniveau 2018 im langjährigen Vergleich knapp den Durchschnitt.

Sehr große Erntemengen binnen kurzer Zeit fuhren auch die rund 400 Spargelbauern in Niedersachsen aufgrund der sehr warmen Temperaturen im Mai ein. „Diese Mengen konnte der Markt zeitweise nicht aufnehmen“, berichtet Nils Kraushaar, Spargelanbauberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Häufig habe das Angebot über der Nachfrage gelegen.

Hohe Mengen führen zu „verbraucherfreundlichen“ Preisen

Insbesondere Spargelbetriebe, die ihre Ware hauptsächlich über den Großmarkt absetzen, mussten daher „verbraucherfreundliche“ Preise akzeptieren, wie Fred Eickhorst, Geschäftsführer und Vorstandssprecher der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer erklärt. Ähnlich wie in Schleswig-Holstein, nahmen deshalb auch in Niedersachsen viele Betriebe nach Pfingsten einen Teil ihrer Anlagen aus der Produktion. So stabilisierten sich die Preise zum Saisonende wieder.

Zufrieden mit dem diesjährigen Saisonverlauf zeigten sich dagegen die Betriebe, die ihren Spargel direkt vermarkten. „Gerade vor den Feiertagen lief der Verkauf sehr gut“, weiß Anbauberater Kraushaar. Viele niedersächsische Spargelbauern würden deshalb versuchen, beide Vertriebswege zu nutzen.

Qualitätseinbußen durch zu viel Wärme

Die hohen Temperaturen im Mai führten allerdings nicht nur zu sehr großen Ertragsmengen in Niedersachsen. Die starke Wärme in den Spargeldämmen resultierte mancherorts zudem in Qualitätseinbußen. „Die Triebspitzen begannen unter der Erde aufzufächern – Klasse-1-Spargel sollte aber einen geschlossenen Kopf haben“, so Kraushaar. Überdies habe die Hitze im Damm dem Spargel teilweise so zugesetzt, dass die Stangen gelb verfärbt, weich und nicht mehr zu vermarkten waren, wie der Anbauberater erklärt.