Grüne Branche

Spargel: Nur geringe Mengen bisher im Verkauf

Schaltjahr ist Kaltjahr - auf diese Formel lässt sich der bisherige Verlauf der niedersächsischen Spargelsaison bringen. "Im vergangenen Jahr waren wir um diese Zeit mitten in der Ernte, jetzt haben wir nur dort Erträge, wo Minitunnel stehen", sagt Dietrich Paul (Hoya), Vorsitzender der Niedersächsischen Spargelvereinigung. Was steckt hinter dem System? Eine Folie direkt auf dem Damm und eine weitere Folie, die auf Rundbögen darüber gespannt wird, erzeugen gemeinsam einen Gewächshauseffekt, da sich der Luftraum dazwischen bereits bei geringer Sonneneinstrahlung aufheizt. Frank Uwihs, Spargel-Spezialberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, geht davon aus, dass bereits rund 600 Hektar des niedersächsischen Spargels mit dieser Hilfsmethode früher aus dem Boden gelockt werden. "Da gibt es enorme Steigerungen, um die ausländischen Konkurrenz abzuhängen, trotzdem kann auch der Minitunnel keine Wunder bewirken", sagte Uwihs. Die Pflanzen benötigen an der Wurzel mindestens Temperaturen von neun bis elf Grad Celsius, um zu wachsen. Bis vor wenigen Tagen gab es aber immer noch vereinzelt Bodenfrost. Werden angesichts der allgemein erhöhten Preise für Agrarprodukte auch die für den Spargel steigen? Paul geht nicht davon aus, auch wenn sich die Produktionskosten durch steigende Energiepreise erhöht haben. Derzeit wird ein Kilogramm Spargel der 1. Sorte zwischen sieben und neun Euro ab Hof angeboten. Auch in Hessen und Brandenburg waren die Wetterkapriolen ein Thema. Der relativ kühle Winter und das nasse, kalte Frühjahr hatten ihre Spuren hinterlassen und einen frühen Saisonstart verhindert.