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Spargel: Spitzenreiter im deutschen Gemüsebau

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Das deutsche Spargelstechen hat begonnen, zunächst auf den beheizten Flächen. Jetzt ist auch die Spargelernte zum Beispiel von unbeheizten Flächen in Baden-Württemberg oder unter Dreifachfolie in Niedersachsen gestartet.

Die Spargelernte in Deutschland hat begonnen. Foto: Pixabay

Nach Angaben der Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft und Obst- und Gemüse-Vertriebsgenossenschaft Nordbaden in Bruchsal haben die Minusgrade des kalten Winters den Wurzeln des Gemüses gutgetan. Jetzt brauche der Spargel milde Temperaturen und Sonne. Zurzeit liegen die Preise für ein Kilo Spargel bei ungefähr 20 Euro, was sich aber bereits im April wieder ändern soll.

Anbaufläche von Spargel auf 27.000 Hektar gewachsen

Auch 2016 war Spargel mit einer Anbaufläche von 27.000 Hektar, einem Plus von fünf Prozent gegenüber 2015, wieder flächenmäßiger Spitzenreiter im deutschen Gemüseanbau, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) informiert. Damit wurde im vergangenen Jahr auf 22 Prozent der deutschen Gemüseanbaufläche Spargel angebaut. Bio-Spargel wurde auf mehr als 1.000 Hektar angebaut.

Regionale Schwerpunkte im Spargelanbau waren in Niedersachsen mit 5.930 Hektar, Brandenburg 4.410 Hektar, Nordrhein-Westfalen 4.310 Hektar und Bayern 3.740 Hektar zu finden. Die bundesdeutsche Erntemenge für Spargel lag im Jahr 2016 bei etwa 120.000 Tonnen.

Spargelsaison endete 2016 nicht zufriedenstellend

Doch die Spargelsaison endete 2016 nicht zufriedenstellend, denn sie endete nach Pfingsten abrupt. So habe das Geschäft mit dem Spargel nach Proplanta, dem Inforationszentrum für die Landwirtschaft, 2016 ein durchwachsenes Bild gezeigt. Die Preise lagen im Durchschnitt bei 7,20 Euro pro Kilogramm weißem deutschem Spargel. Für die Spargelbauern brachte die Saison 2016 trotz der hohen Preise keine Bestmarken, denn Erntemengen und Witterung machten den Erzeugern zu schaffen.

Nach 6,69 Euro in 2015 bedeuteten die durchschnittlichen 7,20 Euro ein Plus von 51 Cent oder umgerechnet acht Prozent. Im Schnitt der vergangenen Jahre habe der Preis für das Kilo weißen deutschen Spargel bei unter 6,00 Euro gelegen. 

Die Bundesfachgruppe Gemüsebau blickt auf regional große Unterschiede zurück und Pfingsten habe die Saison zweigeteilt. Für manche Spargelbauern war es nach Pfingsten eine Katastrophe. Manche Betriebe hätten schon Anfang Juni – also rund drei Wochen vor dem traditionellen Saisonende am Johannistag – die Ernte eingestellt und die Pflanzen für die nächste Saison geschont.

Preise für Spargel 2016 nach anfänglichen Hochs deutlich gesunken

Die Spargelbauern im Süden hatten 2016 viel weniger zu ernten als im Vorjahr, meldeten etwa die Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden oder der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE). Auch von dort heißt es, dass die Preise nach anfänglichen Hochs wegen geringer Erntemengen zum Anfang der Saison zuletzt deutlich sanken.

Ein Problem sei aber auch der wetterabhängige Appetit der Kunden gewesen, so der VSSE. Trotz wachsenden Spargelhungers sei das Geschäft riskant. Manche heizen daher ihre Felder und stechen schon Anfang März erste Stangen. Doch der ganz frühe Spargel bleibe absehbar eine Nische.