Grüne Branche

Spargel- und Erdbeeranbau: Saisonkräfte fehlen nach wie vor

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Saisonverlauf, Verfügbarkeit von Erntehelfern und Folienkritik – der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) führte gemeinsam mit dem Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände eine Umfrage zu den aktuellen Entwicklungen der Branche durch.

Wie die Umfrage des VSSE unter Spargel- und Erdbeeranbauern zeigt, hat sich der Erntehelfermangel in diesem Jahr noch verschärft. Foto: VSSE

Sozialversicherungsprüfungen in den Spargel- und Erdbeer-Betrieben

Durchschnittlich wurden der diesjährigen Umfrage zufolge 23,7 Prozent der Erntehelfer sozialversicherungspflichtig eingestellt. Vergangenes Jahr waren es rund zwölf Prozent. Rund 30 Prozent der Spargel- und Erdbeer-Betriebe gaben an, dass sie eine Sozialversicherungsprüfung hatten. Bei zwei Dritteln gab es keine Beanstandung. Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann am häufigsten die Tatsache, dass Hausmänner nicht anerkannt wurden. Seltener wurde aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Höhe des Einkommens in Deutschland die Berufsmäßigkeit angenommen.

Nach wie vor schätzen die Spargel- und Erdbeeranbauer die Verfügbarkeit an Erntehelfern schlecht ein. Nur 1,8 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Situation verbessert habe (2018: 0,9 Prozent). 31,3 Prozent erklärten, keine Veränderung zu erkennen (2018: neun Prozent). 47,3 Prozent sagten aus, dass sich die Situation verschlechtert (2018: 40,7 Prozent), und 19,6 Prozent, dass sie sich deutlich verschlechtert habe (2018: 49,4 Prozent). Damit bestätigen sich die Aussagen von 2018, wobei sich die damals schon angespannte Situation nicht verbessert hat.

Viele Erntehelfer im Spargel- und Erdbeeranbau reisen vorzeitig ab

Auch nimmt die Problematik der nicht angereisten Saisonarbeitskräfte zu. Nur 19,6 Prozent gaben an, dass alle Erntehelfer angereist waren. Bei 7,7 Prozent der Befragten kamen 50 Prozent und mehr der angemeldeten Saisonarbeitskräfte nicht. Nur bei 17,7 Prozent der Befragten blieben die Erntehelfer den gesamten vereinbarten Zeitraum. Im Schnitt reisen über 16 Prozent der Erntehelfer vorzeitig ab. Mit 25,5 Prozent hat sich der Anteil der Betriebsleiter, die angaben, dass mehr als 20 Prozent der Erntehelfer vorzeitig abreisten, gegenüber 2018 verdoppelt. Durchschnittlich konnten 8,9 Prozent der Ernte aufgrund fehlender Saisonarbeitskräfte nicht eingeholt werden.

Flächenreduktion (2019: 74,8 / 2018: 55,6 Prozent), Intensivierung auf kleinerer Fläche (2019: 56,8 / 2018: 27,1 Prozent), Verbesserung der ergonomischen Arbeitsbedingungen (2019: 50,5 / 2018: 19,9 Prozent) und vorzeitige Beendigung der Ernte (2019: 45 / 2018: 35,3 Prozent) sind die meist genannten Maßnahmen angesichts des Erntehelfermangels. Alle anvisierten Maßnahmen haben noch an Gewicht gewonnen, wobei die Verbesserung der ergonomischen Maßnahmen nun an dritter Stelle genannt wird und somit die vorzeitige Beendigung der Ernte aus 2018 überholt hat.

Saisonverlauf aus Sicht der Spargel- und Erdbeeranbauer

Die vergangene Saison bewerteten die Erdbeer- und Spargelanbauer durchschnittlich mit der Note 2,4. Während die Spargelanbauer mit der Note 1,9 etwas zufriedener mit der Nachfrage sind (Erdbeeranbauer-Note: 2,2), gaben die Erdbeeranbauer für die Qualität der Früchte mit der Durchschnittsnote 2,2 die bessere Bewertung (Spargelanbauer: 2,5). Insgesamt nahmen 155 Betriebe von mehr als 1.000 bundesweit angeschriebenen Betrieben an der Umfrage teil, wobei nicht alle Fragen von jedem Anbauer beantwortet wurden.

Weitere Ergebnisse der Umfrage unter den Spargel- und Erdbeeranbauern finden Sie in der TASPO 38/2019, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.