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Spargel und Erdbeeren: Erntehelfer fehlen

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Der Mangel an Saisonkräften bei der Ernte von Spargel und Erdbeeren hat sich in diesem Jahr deutlich zugespitzt und wird sich durch eine Verkürzung der Drei-Monats-Regelung noch verschärfen. Das hat eine aktuelle Umfrage des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) ergeben.

Zu wenige Erntehelfer, meldeten die Spargel- und Erdbeeranbauer in einer aktuellen Umfrage. Bis zu einem Fünftel der Produktion konnte deshalb nicht geerntet werden. Foto: VSSE

Insgesamt nahmen 354 Mitglieder des VSSE, der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen, der Spargelvereinigung Westfalen-Lippe sowie des Verbands Ostdeutscher Spargel- und Beerenanbauer an der Befragung teil.

Ernte konnte nur zum Teil eingeholt werden

Laut der Umfrage hat sich bei 90 Prozent der Spargel- und Erdbeeranbauer die Situation der Saisonarbeitskräfte verschlechtert, bei 50 Prozent davon sogar deutlich verschlechtert. „In dieser Saison hat sich die Lage deutlich zugespitzt. Ein Teil der Ernte konnte gar nicht eingeholt werden“, so der VSSE.

Es sei dringend Handlungsbedarf auf politischer Ebene notwendig: Der Erhalt der Drei-Monate-Regelung für die sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung von Erntehelfern sei unabdingbar. „Ein beschleunigtes Visaverfahren für Arbeitskräfte aus dem Westbalkan und der Zugang zu Saisonarbeitskräften aus der Ukraine sind für uns absolut notwendig“, so Simon Schumacher, Vorstandssprecher des VSSE.

Erntehelfer reisen vorzeitig ab

Laut den Umfrage-Ergebnissen konnten 79 Prozent der Betriebe einen Teil ihrer Ernte wegen Personalmangel nicht einholen. 13 Prozent gaben an, dass sie mehr als 20 Prozent des Spargels oder der Beeren nicht ernten konnten. 83 Prozent der Betriebe teilten mit, dass Erntehelfer vorzeitig abgereist sind. Als Gründe sind unter anderem das frühzeitige Erreichen des Lohnziels und einfachere Arbeitsangebote aus anderen Industriezweigen bekannt. Über zwölf Prozent der Anbauer sagen, dass sogar mehr als ein Fünftel der Saisonarbeiter ihre Tätigkeit vorzeitig abgebrochen haben.

Im Jahr 2019 soll die Drei-Monats- beziehungsweise 70-Tage-Regelung auf eine Zwei-Monats- beziehungsweise 50-Tage-Regelung für die sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung zurückfallen. Dadurch dass die meisten Betriebe drei Monate lang Saisonarbeitskräfte benötigen und durch die Tatsache, dass Erntehelfer es vorziehen, drei Monate lang den Lohn ohne Abzüge der Sozialversicherung zu erhalten, wird sich der Personalmangel nochmals verschärfen, prognostiziert die VSSE.

Sozialversicherungspflicht hält viele Helfer fern

73 Prozent der Anbauer schätzen, dass 16 bis über 20 Prozent der Saisonarbeitskräfte nicht mehr kommen, wenn sie sozialversicherungspflichtig werden. Zudem profitierten Erntehelfer nur gering von den Sozialversicherungsbeiträgen, da beispielsweise die Anwartschaft bei fünf Jahren, hochgerechnet bei dreimonatiger Beschäftigung pro Jahr bei 20 Jahren, liegt, und die Rente mit rund 2,50 Euro monatlich sehr gering ausfällt.

Als drohende Folgen sieht der VSSE Flächenreduktionen, vorzeitige Erntestopps und sogar Betriebsaufgaben: Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, die Flächen zu reduzieren. 35 Prozent ziehen eine vorzeitige Beendigung der Ernte und 23 Prozent gar eine vorzeitige Betriebsaufgabe in Erwägung. Mehr als ein Viertel der Befragten möchte den Anbau auf den bestehenden Flächen intensivieren und knapp ein Viertel weiter mechanisieren.