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Spargel: VSSE zieht Bilanz

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Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) zieht zum Ende der Spargelsaison trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Krise wider Erwarten eine positive Bilanz. Trotz aller Widrigkeiten und gestiegener Kosten sorgten ideale Witterungsverhältnisse für eine ordentliche Saison.

Der VSSE zog Bilanz der diesjährigen Spargelsaison. Foto: VSSE / Christoph Goeckel

Widrige Umstände durch Corona

Die Spargelsaison 2020 forderte die Anbauer laut VSSE extrem heraus. Neben der Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus, sorgten auch höhere Kosten für den Flug für ausbleibende Erntehelfer. Hinzu kamen höhere Kosten aufgrund der Einreiseauflagen und der Infektionsschutzmaßnahmen, sowie eingeschränkte Unterbringungsmöglichkeiten. Laut einer Online-Umfrage des Netzwerks der Spargel- und Beerenverbände fehlten in dieser Saison 28 Prozent an Erntehelfern. Insgesamt nahmen 381 Spargel- und Beerenerzeuger in der Zeit vom 12. bis 19. Mai 2020 an der Umfrage teil. Dennoch gab es in dieser Saison für den Spargelanbau auch Positives, denn die Witterung mit kühleren Phasen sorgte für einen gleichmäßigen Ernteverlauf ohne hohe Erntespitzen. Zudem zeigte sich die Bevölkerung mit einer großen Bereitschaft, bei der Ernte mitzuhelfen. Letztendlich bestand auch eine sehr gute Nachfrage beim Direktkauf.

„Spargelsaison ist besser gelaufen als erwartet“

„Insgesamt stellen wir fest, dass die Spargelsaison unter Corona-Bedingungen besser verlaufen ist als erwartet. Zwar konnten geschätzt 25 bis 30 Prozent der Ernte durch die fehlenden Erntehelfer nicht eingeholt werden, und die Infektionsschutzmaßnahmen haben laut unserer Umfrage zu durchschnittlich 880 Euro pro Saisonarbeitskraft höheren Kosten geführt. Doch wurde der Absatzverlust durch die Schließung der Gastronomie von einer sehr guten Nachfrage in der Direktvermarktung teilweise aufgefangen“, erklärt Simon Schumacher, Vorstandssprecher des VSSE.

Inländische Erntehelfer brachen Arbeit häufig früher ab

Laut der Umfrage-Ergebnisse haben 61 Prozent der befragten Betriebe auch inländische Erntehelfer beschäftigt. Rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab an, dass sie im Mittel 27 Prozent der Arbeitskräfte durch inländische Erntehelfer abdecken. Überwiegend waren diese Beschäftigten einheimische Arbeitnehmer in Kurzarbeit, sowie Studenten, Schüler und Selbstständige. Allerdings bleibe auch festzuhalten, dass nur knapp ein Viertel der einheimischen Erntehelfer die vorgesehene Zeit blieb. Insgesamt 225 Betriebe gaben an, dass im Mittel 43 Prozent ihrer inländischen Kräfte die Ernte vorzeitig abbrachen. Der häufigste Grund war mit 56 Prozent die Wiederaufnahme des ursprünglichen Berufs oder des Studiums, gefolgt von zu großer Anstrengung (45 Prozent). „Am Anfang war es stressig. Es war ein unglaublicher bürokratischer Aufwand, da wir abklären mussten, wie die inländischen Erntehelfer/innen bei der Sozialversicherung anzumelden sind, und wer von den Kurzarbeitern wie viel hinzuverdienen durfte. Die Erntehelfer haben nicht jeden Tag gearbeitet, was die Organisation schwieriger machte: Manche waren vier bis fünf Tage, andere zwei Tage in der Woche auf dem Feld. Trotz allem lief die Saison überraschenderweise besser als gedacht. Unsere Leute waren zuverlässig, und ein Teil ist auch bis zum Ende der Ernte geblieben“, bilanziert Stefan Schneider, Spargelanbauer aus Iffezheim.

Reglementierte Einreise und Infektionsschutzmaßnahmen erhöhen Kosten

Im Durchschnitt gaben die Betriebe laut Umfrage pro Erntehelfer aus Osteuropa 234 Euro für den Flug aus. Für weitere vorgeschriebene Infektionsschutzmaßnahmen fielen im Mittel pro Erntehelfer nochmals 142 Euro an. Für die halbe Zimmerbelegung sowie das Vorhalten von Quarantäneräume musste der Betrieb im Mittel pro Erntehelfer 504 Euro mehr ausgeben. Insgesamt gesehen kamen auf die Betriebe pro Erntehelfer Mehrbelastungen von rund 880 Euro zu.

Gute Nachfrage in der Direktvermarktung

Der Saisonstart war laut VSSE eher verhalten. Die Nachfrage nach Spargel insbesondere bei den Direktvermarktern war in diesem Jahr allerdings überdurchschnittlich hoch. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) war gerade im Mai der Anteil an Haushalten, die Spargel gekauft haben, höher als im vergangenen Jahr. Michael Koch, stellv. Bereichsleiter und Spargelmarkt-Experte der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI), bilanziert: „Während die Preise in der Direktvermarktung recht stabil waren, war die besondere Corona-Situation im Lebensmitteleinzelhandel kaum spürbar: Der Preisdruck auf die Spargelanbauer war ähnlich wie im Vorjahr. Wir erwarten bis Mitte Juli mit Spannung die Zahlen, die zeigen, in wie weit sich die Anteile der Vertriebswege verändert haben“.

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